Mit Hilfe von KiSoft WMS in Kombination mit RF- und Sprachkommissionierung konnte der Veterinärgroßhändler Centaur Services Limited die Produktivität erheblich steigern und gleichzeitig Kosten senken.

Im Jahre 1964 gründeten in Castle Cary in Somerset, im Südwesten Englands, sechs lokale Veterinärmediziner einen Einkaufsverbund, um Arzneien über die lokalen Pharmazeuten zu kaufen. Noch heute liegt der Firmensitz in dem kleinen, knapp 2.100 Einwohner zählenden Ort – der Umsatz jedoch ist inzwischen von anfänglich etwa £100.000 auf rund £140 Millionen jährlich gestiegen. Mit zunehmender Größe änderten sich natürlich auch die Anforderungen an die Lagerlogistik, die Automatisierung und die Installation von KiSoft WMS von KNAPP ebnen den Weg für die Zukunft.

Schwerpunkt Rückverfolgbarkeit
Ebenso wie in der Humanmedizin ist auch in der Veterinärmedizin der Anspruch an die Produktqualität extrem hoch, egal ob Arzneimittel, Impfstoff, Haustierfutter oder Verbrauchsgut, die Produkte müssen in einwandfreiem Zustand und zudem rasch verfügbar sein. Die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Waren ist daher von enormer Bedeutung für das Unternehmen. Die Automatisierung der Prozesse trug maßgeblich dazu bei, dieses wichtige Ziel zu erreichen.

Unterschiedliche Handlinganforderungen
Die Artikel von Centaur variieren in ihrer Größe von winzigen Knochenschrauben bis hin zu einer Palettenladung Tierfutter. Um alle Prozesse im Lager – vom Wareneingang, über die Lagerplatzverwaltung bis hin zur Kommissionierung der Artikel – zu optimieren, waren für die verschiedenen Größen und Gewichte der Artikel unterschiedliche, aber miteinander kompatible Lösungen erforderlich. „Unserer Entscheidung für die Firma KNAPP als Systemlieferant ging eine lange interne Evaluierungsphase, gefolgt von einer breiten Angebotsphase, voraus. Viele potenzielle Lieferanten haben ein Angebot gelegt, nur drei davon ein Vollangebot. Und von diesen Dreien hatte KNAPP nicht nur das professionellste Angebot zu einem guten Preis, sondern auch ein mit unseren Bedürfnissen vergleichbares Vorzeigeprojekt vorzuweisen“, fasst Barry Moorhouse, Senior Project Manager bei Centaur, zusammen. Zudem habe für KNAPP gesprochen, dass sie neben passender Hard- und Softwarelösungen auch mit einer bewährten Schnittstelle zum SAP ERP aufwarten konnte.

Wareneingang im Detail
Alle Produkte, welche im Lager eingehen, werden mit dem WMS vereinnahmt und gegen die ERP Bestellungen geprüft. Je nach Artikel werden diese dann entweder in der „Bulk Area“ auf Paletten eingelagert oder nach der Vereinzelung in Behältern in der Automatikanlage. Jeder Behälter und jede Palette ist mit einem eindeutigen Barcode ausgezeichnet und alle internen Transporte, egal ob über RF (Radio Frequence, Anm.) oder die Fördertechnik, werden vom KiSoft WMS gesteuert.

Auftragskommissionierung
KiSoft WMS teilt alle Bestellungen des ERP Systems nach ihrer Beschaffenheit in kleine Artikel auf und berechnet, wie viele Ladungsträger für erforderlich sind. Schnelldrehende, kleinere Produkte – hauptsächlich Artikel wie Arzneien in kleinen Boxen, Flaschen oder Kartons – werden automatisch auf eine Förderbandanlage kommissioniert, für vollautomatische Kommissionierung ungeeignete Produkte mit RF-Terminals. Großvolumigere Artikel im Lager kommen auf Paletten in Regalen. Die Lagermitarbeiter verwenden KNAPP’s Pick-by-Voice System, um diese auf Versandpaletten zu kommissionieren. Dies sorgt für optimale Fehlerfreiheit und hohe Kommissionierleistungen, weil der Kommissionierer beide Hände frei hat, um schwere Artikel wie zum Beispiel eine Großpackung Tierfutter zu kommissionieren.

Temperaturgeregelte Lagerung
Kühl zu lagernde Produkte, insbesondere Tierimpfstoffe, werden in einem eigenen temperatur-geregelten Lager aufbewahrt und mit RF-Terminals kommissioniert. Der Kommissionierer bringt diese Aufträge an einen Warteplatz innerhalb des Kühlhauses zur späteren Verladung auf die Lieferwagen. Jedes Fahrzeug ist mit einem temperaturgeregelten Lagersystem ausgerüstet, um die Kühlkette lückenlos einzuhalten.

Für die Zukunft gerüstet
„Aufgrund unserer Auslieferrhythmen haben wir nur ein bestimmtes fixes Zeitfenster zum Kommissionieren, und das ist in der Nacht. Um die steigenden Mengen der letzten Jahre – immerhin 30 Prozent Volumenzuwachs in nur drei Jahren –  bewältigen zu können, mussten wir stets mehr Personal einsetzen, wodurch aber aufgrund des entstehenden Platzmangels die Effizienz litt. Mit dieser Neuerung konnten wir den Durchsatz um 25 Prozent steigern und gleichzeitig 40 Prozent Personal einsparen“, ist Moorhouse begeistert und fügt hinzu: „Wir würden die Entscheidung für das Projekt und die KNAPP AG jederzeit wieder treffen.“

Quelle: Logistik express Ausgabe Nr.3|2009