Am 28. und 29. Oktober geht das Internationale Automobilforum Graz in die elfte Runde. Hochkarätige Referenten präsentieren auf Einladung des ACstyria mögliche erfolgreiche Wege aus der angespannten Wirtschaftssituation, neue Energie- und Antriebssysteme und einen brandaktuellen Einblick in die Länder und Wirtschaftsstandorte in Osteuropa.

Kaum eine Branche wird so gebeutelt und steht so im Zentrum des medialen Interesses wie die automotive Industrie. Dass es aber durchaus Licht am Ende des Tunnels gibt, werden die Teilnehmer des Forums eindrucksvoll beweisen. Der Frage, inwieweit die Länder des Ostens kurz- bis langfristig als sogenannte „Billiglohnländer“ die Entwicklung des Marktes und der Industrie beeinflussen, wird ebenso nachgegangen wie den Möglichkeiten, neue Absatzmärkte zu erschließen. Neben den vielen Wortbeiträgen gibt es auch eine jederzeit zugängliche Fachausstellung. Während der erste Veranstaltungstag eher auf „CEE: Immer noch Zukunftsmärkte?“ eingeht, lautet das Fokusthema des zweiten Tages „Alternative Antriebe und Energiespeicherung“.
 
Dr. Robert Kremlicka, Partner und Geschäftsführer der A.T. Kearney GmbH, wird unter dem Titel „Südosteuropa: Nur ein Low–Cost Standort?“ auf die Ergebnisse der unlängst präsentierten Studie eingehen und zehn wesentliche Hypothesen formulieren. „Die Automobilbranche befindet sich in einem tektonischen Umbruch, wie es ihn noch nie gab. Zwar hätte es ohnehin zu einer strukturellen Änderung kommen müssen, aber nicht in diesem rasanten Tempo“, berichtet Kremlicka. Die Studie hätte gezeigt, dass 40 Prozent der Zulieferer überlegen, ihre Fertigungskapazitäten einerseits zu reduzieren und andererseits in Billiglohnländer zu verlagern, sowie von der Spezialisierung auf High-Class-Produkte abzurücken.

„Südosteuropa bietet positive Wettbewerbsfaktoren, neben einem noch recht attraktiven Lohnniveau gibt es durchaus entwicklungsfähiges Humanpotenzial, auch in verwandten Industrien“, ist Kremlicka überzeugt. Dazu sei aber neben einer länderübergreifende Gesamtinitiative der Region zur Steigerung der qualifizierten Ausbildung die Einrichtung von Clustern von Nöten. „Es bietet sich hier eine fast historische Chance für Osteuropa, von der Verschiebung zu profitieren. Auch indische und chinesische OEMs haben das bereits erkannt. Man darf aber nicht den Fehler machen, sich nur auf PKW zu konzentrieren – die Bereiche LKW, Anhänger, Traktoren und Wohnwagen sind in diesen Ländern besonders stark“, gibt er zu bedenken.

Seit mehr als 15 Jahren sorgt der ACstyria für eine Steigerung der Innovationskraft und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit seiner Partnerunternehmen in Netzwerk und Region. Das Automobilforum stellt da keine Ausnahme dar.

Quelle: Logistik express Ausgabe Nr.3|2009