In einer sich weiterentwickelnden Welt ist Stillstand Rückschritt. Nur wenige Unternehmen haben das Innovationsprinzip so verinnerlicht wie DHL. Das perfekte Beispiel hierfür sind die DHL Innovation Centers in Singapur, Rosemont (USA) und Troisdorf, wo Kunden und Interessierte einen Einblick in die Zukunft der Logistik werfen können.

Redaktion: Angelika Gabor.

Besonders das erst im Vorjahr eröffnete Americas Innovation Center in Illinois stellt eine potente Plattform für Forschung und kooperative Innovation zwischen DHL-Kunden, Start-ups, der Wissenschaft, Industriepartnern und Innovationsexperten in der Region dar.

„Mit diesem visionären Innovationszentrum haben wir unsere weltweite Führungsposition im Bereich logistischer Innovationen in einem unserer wichtigsten Märkte weiter gestärkt und ausgebaut“, freute sich daher Matthias Heutger, SVP, Global Head of Innovation & Commercial Development bei DHL, „Inspire, Connect and Engage – diese Hauptziele verfolgen wir mit unseren Innovationszentren.“ Doch egal ob Asien, Europa oder USA – Besichtigungen der Innovationszentralen sind ein Highlight und dienen neben der Information über Trends und neue Entwicklungen auch der Vernetzung zwischen Kunden, Branchen- und Geschäftspartnern.

Zu den Visionen, wie die Welt und ihre Transportinfrastruktur im Jahr 2050 aussehen könnte, gesellen sich die neuesten, vom DHL Konzern erfolgreich getesteten Technologietrends in den Bereichen Robotik, Automatisierung, künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Internet der Dinge und virtuelle Realität. Während beispielsweise beim Thema Augmented Reality noch viele bei der Umsetzung zögern, konnte der Kontraktlogistiker DHL Supply Chain in seinen Lagern durch den Einsatz von AR-Technologie – Datenbrillen stellen die Kommissionieranweisungen und Lagerpositionen optisch dar – die Produktivität um durchschnittlich 15 Prozent steigern.

Markus Voss, CIO und COO DHL Supply Chain, bringt es auf den Punkt: „Es ist essentiell, in Zeiten der Digitalisierung, datengestützt und agil zu arbeiten, um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden.“ Wie topmoderne Logistikanwendungen Mehrwerte für Kunden und Mitarbeiter schaffen, zeigt sich besonders deutlich im Smart Warehouse am Technologie-Campus im niederländischen Beringe. Von dort aus werden Kunden in ganz Europa mit automatisierten und digitalisierten Kontraktlogistikservices versorgt. In dem TAPA-zertifizierten Campus zählen AR-Technologie, Roboterarme und automatische Indoor-Transporte ebenso zum Alltag wie automatisierte Sortierbänder.

Technologie & Tools.
Die Liste der alltagstauglichen Innovationen ist lang. Das Risikomanagementtool DHL Resilience360 beispielsweise unterstützt kleine und große Unternehmen: durch eine Visualisierung und Überwachung werden Störungen in der Lieferkette proaktiv vorhergesagt, bewertet und verhindert oder zumindest abgeschwächt. Einen Meilenstein in der End-to-End-Überwachung wertvoller, hochempfindlicher Fracht, zum Beispiel aus den Bereichen Biowissenschaften und Gesundheitswesen, stellt der DHL SmartSensor dar, der sich bereits in über einer Million Sendungen seit seiner Entwicklung beweisen durfte. Robotik ist ein riesiges, sehr variables Themenfeld. Noch vor 2 Jahren beurteilten 63 Prozent von 350 von DHL befragten Supply Chain-Fachleuten Robotik als wichtigste Technik. In Nordamerika setzt die DHL Supply Chain seit geraumer Zeit auf kollaborative Roboter, die bei repetitiven Aufgaben die Mitarbeiter ebenso unterstützen wie bei Präzisionsarbeiten. Zusätzliche testet DHL Trends wie autonomes Fahren, Internet der Dinge und künstliche Intelligenz. Was auch immer Erfolg verspricht, das Unternehmen probiert es aus.

Alternative Antriebe.
Mit dem StreetScooter hat die Deutsche Post DHL Gruppe ein leistungsfähiges Elektrofahrzeug entwickelt und produziert. Aktuell betreibt sie damit und mit rund 12.000 E-Bikes und E-Trikes die größte Elektroflotte in Deutschland. Durch die StreetScooter, die in der Paket- und Briefzustellung im Einsatz sind, werden lokal keine Schadstoffe ausgestoßen, und sie sind leise im Betrieb – ideal für urbane Gegenden.

Diesen Jänner erst wurden 40 StreetScooter WORK Boxen sowie 60 Ladestationen an Amazon geliefert, mit denen die letzte Meile für Kunden in München abgewickelt werden soll. Einen alternativen Antrieb der anderen Art testet DHL aktuell im Central Business District von Manhattan, New York City: in einem Pilotprojekt mit Amazon und UPS werden Pakete mit dem Lastenrad Cubicycle ausgeliefert. Pro Cubicycle, das statt einem herkömmlichen Lieferfahrzeug im Einsatz ist, sollen die CO2-Emissionen um bis zu acht Tonnen pro Jahr reduziert werden. Bereits seit 2015 sind die Lastenräder für DHL in den Niederlanden im Einsatz, inzwischen auch in Deutschland, Belgien und Singapur – und nun endlich im Big Apple.  (AG)

 

E-Magazin Archiv: LOGISTIK express Journal 1/2020  https://epaper.logistik-express.com/