GS1-Strichcodes ermöglichen seit über 30 Jahren die automatische Erfassung von Daten sowie die schnellere und effiziente Abwicklung von Geschäftsprozessen entlang der Wertschöpfungskette. Damit Scangeschwindigkeit und Handling optimal laufen, können Lesefehler schon im Vorfeld verhindert werden.

In den 1970er-Jahren wurde der erste EAN-Barcode auf einen Kaugummi aufgebracht und an einer Supermarktkassa in den USA gelesen. Von da an trat der EAN/UPC-Barcode einen ungeahnten Siegeszug durch die Supermärkte aller Kontinente an. Ob auf der Saftpackung im Regal oder der Palette im Lager – die Kennzeichnung von Produkten oder Verpackungseinheiten mit Strichcodes ist heute aus dem Handel nicht mehr wegzudenken. Das vertraute „Piep“ an der Kassa ist das akustische Signal dafür, dass mithilfe eines optischen Lesegerätes die Daten hinter den dunklen Strichen und hellen Lücken eingelesen wurden und bereit zur elektronischen Verarbeitung sind.

Die Standards von GS1 stellen sicher, dass alle Strichcodes in geeigneter Qualität an der richtigen Stelle angebracht sind. Dennoch kommt es im täglichen Betrieb manchmal zu Leseschwierigkeiten: Barcodes werden nicht beim ersten Versuch gelesen oder sind gänzlich unleserlich und erfordern eine manuelle Eingabe. Die Zahlen sprechen für sich: Eine Studie aus Frankreich zeigt, dass 2% der gescannten Produkte am POS Lesefehler aufweisen und immerhin 20% der befragten Konsumenten angaben, schlechte Erfahrungen mit unzureichenden Strichcodes gemacht zu haben. Auch aus Neuseeland liegen Daten vor, die in eine ähnliche Richtung weisen: Rund 7% der Barcodes können nicht beim ersten Mal gelesen werden, im Schnitt kommt es pro fehlerhaftem Code zu rund 23 Sekunden Wartezeit, bis das Personal das Problem behoben hat. Dass GS1-konforme Strichcodes schneller zu lesen sind – um immerhin 26% –, bekräftigt eine Studie aus Brasilien.

Hohe Qualität spart Zeit und Geld
„Die häufigsten Fehler sind falsche Abmessungen“, weiß Ing. Mag. Gerald Gruber von GS1 Austria. Die Größe der Strichcodes ist von der Anwendung und den eingesetzten Lesegeräten abhängig. „Eine Palette braucht einen anderen Strichcode als eine Tafel Schokolade“, erläutert der Experte. Während das Bedienungspersonal bei der händischen Erfassung mehr Möglichkeiten hat, das Produkt durch Drehen und Wenden in die optimale Scanposition zu bringen, ist das bei einer automatischen Erfassung weitaus schwieriger. Schlechte Druck- oder Grafikqualität der Barcodes tun das Übrige, um die Lesbarkeit negativ zu beeinflussen. Die Anbringung von qualitativ guten Barcodes ist daher die Basis, damit ein Scanner die optimale Scangeschwindigkeit erreicht.

Eine der häufigsten Ursachen von Lesefehlern ist die Höhenverkürzung von Barcodes. Dies führt zu einer geringeren Erstlesewahrscheinlichkeit und damit im Durchschnitt zu einer reduzierten Scangeschwindigkeit. Darüber hinaus macht es eine zu schmale Ruhezone – der „Weißraum“ um den Strichcode – dem Scanner unmöglich, den Barcode zuverlässig zu erkennen bzw. zu lesen. Die Farbwahl für die Balken und den Hintergrund ist ebenfalls von großer Bedeutung. Der optimale Kontrast, der mit schwarz auf weiß erzielt wird, kann aufgrund der Anforderungen eines modernen Produktdesigns nicht immer erzielt werden, jedoch wird von den Gestaltern des Verpackungsmaterials die Farbwahl zum Teil bis an die Grenzen des Kontrasts ausgereizt.

Für ein rasches Scannen ist es außerdem wichtig, rasch zu erkennen, wo auf dem Artikel der Barcode plaziert ist. Dafür gibt es seitens GS1 genaue Vorgaben, die in Zusammenarbeit mit Industrie und Handel erstellt wurden. Eine durchgehende Umsetzung dieser Vorgaben macht das Auffinden des Barcodes wesentlich einfacher und beschleunigt damit auch den Scanvorgang. Das mehrmalige Anbringen des Barcodes hilft bei der raschen Auffindung des Barcodes und erleichtert das Handling für das Bedienpersonal. Allerdings kann dies jedoch eine Änderung der Verpackung bzw. Umstellungen im Druckprozess bedeuten. Es liegt daher in der Verantwortung des Herstellers, dies umzusetzen, und ist im Einvernehmen zwischen Industrie und Handel abzuklären. Und selbst für Spezialfälle haben die Experten von GS1 eine Lösung entwickelt: : So kann etwa bei runden Artikeln wie Flaschen oder Dosen durch eine „Leiterdarstellung des Strichcodes“ die Lesbarkeit auch bei Krümmung gewährleistet werden.

Quelle: Logistik express Ausgabe Nr.3|2009