Die Fernwärme Wien GmbH setzt seit einiger Zeit erfolgreich auf ein umfassendes Integriertes Managementsystem (IMS).

Die Anlagen der Fernwärme Wien gelten in der ganzen Welt als Vorbild, kaum woanders finden Abfallverbrennungsanlagen so viel Akzeptanz seitens der Bevölkerung. Ein Grund dafür sind die hohen Ansprüche, die das Unternehmen an sich selbst stellt: alle Betriebsstätten sind nach ISO 9001, ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert und nach EMAS von der Quality Austria begutachtet.

Frauenpower
Seit 17 Jahren ist DI Dr. Alice Papp im Umweltschutz tätig, für ihre Tätigkeit als Verantwortliche für das IMS der Simmeringer Haide hat sie die Module Qualitäts- und Umweltmanagement der Lehrgangsreihe Integrierte Managementsysteme sowie die Auditorenausbildung bei der Quality Austria Trainings-, Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH absolviert. „Eine zentrale Stärke unseres Integrierten Managementsystems ist das Rechtsmanagement, durch das wir Rechtssicherheit gewinnen“, sieht sie den Nutzen. Mit Hilfe der neuen Datenbank würden die Übersicht erhöht und Verantwortlichkeiten klar zugewiesen, insgesamt gebe es nun in Summe über 4.000 Auflagen, basierend auf 180 Gesetzen und Verordnungen. „Zudem hat sich in der Kommunikation viel verändert, durch mehr Diskussionsplattformen hat sich die Gesprächskultur nachhaltig positiv entwickelt. Fragestellungen werden im Team erörtert, wodurch die Akzeptanz der Maßnahmen bei den Mitarbeitern steigt“, ist Papp mit dem Ergebnis zufrieden.

Das IMS im Detail
Das IMS wirkt übergreifend auf die Standorte Simmeringer Haide, Spittelau und Flötzersteig. Je Standort gibt es für Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitsmanagement je einen Beauftragten. „Personalentwicklung kann nicht nur eine Frage der Zentrale sein, sie muss vor Ort passieren“, ist Papp überzeugt. Die Herausforderung sei, interne Qualifikation in die tägliche Arbeit einzubauen, ohne personelle Knappheiten entstehen zu lassen. Positiv sieht Papp auch die Audits: „Die Audits haben klar unsere Stärken und Schwächen herauskristallisiert. Während unsere Stärken im Rechtsmanagement liegen, müssen wir etwa an der Kommunikation auch in Zukunft arbeiten, denn einmal gesagt, heißt noch nicht, dass es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Kommunikation ist Management und Management ist Kommunikation.“ Insgesamt sei es das Gebot der Stunde, mehr zu hinterfragen, nur die richtigen Maßnahmen zu finden und dann effizient umzusetzen.

Quelle: Logistik Express Ausgabe 2 | 2009