Ing. Harald Scherleitner, Spartenleiter Batterieladesysteme Fronius

Im vergangenen Jahr stand alles im Zeichen der Wirtschaftskrise, insbesondere auf dem Gebiet der elektrischen Flurförderzeuge. Für uns wirkte sich positiv aus, dass Investitionen nun intensiver auf ihre gesamten Lifecycle-Kosten überprüft werden, auch bei der Ladetechnik hat das Thema Energieeinsparung Einzug gehalten. In diesem Zusammenhang wäre wünschenswert, dass das Gesetz für Energiesparlampen auch auf andere Stromfresser ausgedehnt würde. Was uns in der Krise zusätzlich half, war unsere Firmenstruktur, die auf mehr als nur einem Standbein basiert.

Die starke Nachfrage bei Starterbatterien konnte den Einbruch in anderen Bereichen nahezu kompensieren. Zugute kam uns auch der Boom am Solarmarkt, hier übersteigt die Nachfrage derzeit das Angebot bei Weitem. Im Zeichen der Internationalisierung bauten wir im vergangenen Jahr unsere Vertriebs- und Servicestruktur in Deutschland weiter aus. Ein Highlight 2009 war der Tag der Logistik im April, an dem wir viele Studenten bei uns im Unternehmen begrüßen durften.

Eines unserer großen Ziele für 2010 ist der Aufbau einer eigenen Struktur in Frankreich und Brasilien, um gut am Markt positioniert zu sein, wenn es wirtschaftlich wieder aufwärts geht. Brasilien ist für uns ein Testmarkt, da das Land ähnlich organisiert ist wie Europa. Des Weiteren laufen die Vorbereitungen auf die CeMAT 2011, auf der wir uns in einem neuen Erscheinungsbild präsentieren wollen. Generell ist zu beobachten, dass sich die Branche der Batterieladesystemhersteller zunehmend nach unten orientiert, wir bleiben allerdings weiterhin der Qualitätsschiene treu. Dass wir damit richtig liegen, zeigt sich in unserem guten Wachstum, das wir trotz der Krise erreichten.

Vom Christkind wünsche ich mir persönlich Gesundheit für meine Familie. Schön wäre auch, wenn die Branche sich frühzeitig erholt und die düsteren Prognosen nicht eintreffen. Zudem wünsche ich mir, dass Investitionsgüter künftig intensiver auf Nachhaltigkeit und Umweltschonung überprüft werden.

Das Interview führte Angelika Thaler