Interview mit Joachim Horvath, Herausgeber Österreichische Verkehrszeitung

Glaubt man dem allgemeinen Tenor der Speditionsbranche, waren die ersten beiden Quartale 2008 durchaus gut, einem etwas durchwachsenen Sommer folgte dann ein in Folge der Wirtschaftskris e sehr schwaches viertes Quartal. Dieser Trend wird sich fortsetzen, auch das erste Quartal 2009 wird eine große Herausforderung, da die Sendungsvolumen im nationalen und internationalen Stückgutverkehr bestenfalls stagnieren, eher jedoch sinken. Die deutschen Schlüsselindustrien Maschinenund Anlagenbau sowie Automotive verzeichnen massive Einbrüche. Da sehr viele österreichische Exporte nach Deutschland zielen, spüren wir natürlich die Auswirkungen und die Exportströme werden ebenfalls einbrechen, markante aktuelle Beispiele hierfür sind etwa Thyssen-Krupp, die Voestalpine und BASF. 

Hinzu kommt das übliche Problem, dass Händler gegen Jahresende ihre Lager leeren wollen, um Bestandskosten zu reduzieren. Insgesamt war das Jahr 2008 aber passabel bis sehr gut. Wir müssen auch mit Optimismus ins neue Jahr hineingehen, sonst kann man nichts bewegen. Jeder Unternehmer muss von seinen Produkten und Dienstleistungen überzeugt sein und sich auf dem Markt mit einer positiven Grundeinstellung bewegen, denn – wie ich zu sagen pflege – vor Angst gestorben ist auch tot. 

Wer jetzt in die Hände spuckt, wird auchdas Jahr 2009 meistern, denn natürlich werden auch in Zukunft noch Spediteure und Frachtführer gebraucht. Wichtig ist nun, die Prozesse noch effizienter zu gestalten, auch wenn das schwierig sein mag. An Relevanz gewinnt auch die konsequente Kontrolle des eigenen Finanzwesens, um Forderungsausfälle zu vermeiden. Hier zeigt es sich, dass Unternehmen gut daran tun, die Abhängigkeit von Großkunden zu vermeiden. Ich rate auch, die Osteuropakompetenz auszubauen, hier liegt noch viel Potenzial.

Quelle: Logistik Express Online-Journal – Nr.4