Wenn unser Titelblatt Sie zum Schmunzeln gebracht hat, hat es seinen Zweck erfüllt. Momentan gibt es nämlich genug, wo einem das Lachen schlagartig vergehen kann. Egal ob beim Klima, Verkehr, der Wirtschaft oder der Politik – Humor ist, wenn man trotzdem lacht.


Angelika Thaler
 Redaktion 

Die Tage sind wieder eindeutig kürzer, nur selten gibt uns die Sonne die Gelegenheit, die Farbenpracht des Herbstes zu erkennen. Meist erscheint alles eintönig Grau in Grau, und der Mangel an Licht scheint einigen schwer aufs Gemüt zu schlagen. Oder sind es die aktuellen Lohnverhandlungen?

Eine Erhöhung von 1,45 Prozent ist das Ergebnis der berühmt-berüchtigten Metallerlohnrunde, die als richtungsweisend gilt und immerhin etwa 200.000 MitarbeiterInnen betrifft. Viele zittern schon vor den nächsten Verhandlungen, und ich kann es gut verstehen. Kaum ein Unternehmen hat die Wirtschaftskrise bereits überwunden, ein Großteil der Branche kämpft nach wie vor mit massiven Auftragseinbrüchen. Aber schon Platon wusste, dass „Alles fließt und nichts bleibt.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese 200.000 Menschen ihre 1,45 Prozent mehr Gehalt alle auf ihr Sparbuch legen, ist – besonders in Anbetracht der aktuellen Zinssituation – äußerst gering. Viel eher investieren sie ihr Konto-Plus in den Konsum, der wiederum die Wirtschaft ankurbelt. Das Geld bleibt im Fluss, die Wirtschaft ebenso, und es wird wieder bergauf gehen, mit Sicherheit!

Das Wort „Effizienzsteigerung“ wird so inflationär benutzt, dass es schon kaum mehr greifbar ist, aber viele Studien haben gezeigt, dass motivierte Mitarbeiter schneller, fehlerfreier und insgesamt effizienter arbeiten. Womit motiviert man einen Menschen eher? Mit der Option Gehaltskürzung, Kurzarbeit oder Kündigung oder mit der Aussicht auf Belohnung und Anerkennung für gute Leistung?

Ohne leistungsbereite Mitarbeiter könnte jedes Unternehmen zusperren, und all die hochdotierten Manager könnten in ihren Büros dem letzten Gehaltsscheck aus guten Zeiten nachweinen. Mir ist klar, dass ein Unternehmen, das gegen den Konkurs ankämpft, keinen Spielraum für fette Gehaltsboni für die komplette Belegschaft hat. Aber viele jammern erwiesenermaßen auf hohem Niveau!

Also, liebe Geschäftsführer und Aufsichtsräte, geben Sie sich einen Ruck, honorieren Sie den Wert Ihrer Mitarbeiter und zaubern Sie ein Lächeln in ihre Gesichter. Dann geht es allen besser, Sie werden sehn. Wer im Moment überhaupt nichts zu lachen hat, ist unsere Umwelt… zwar wurden angeblich für den internationalen Vergleich bezüglich der Erreichung der Kyoto-Ziele veraltete Statistiken herangezogen, trotzdem hinken wir mit der Umsetzung klimaschützender Maßnahmen hinterher.

Angesichts gravierenderer Probleme verliert das Thema Nachhaltigkeit leider an Bedeutung, dabei sollte man sich eine alte indianische Weisheit stets vor Augen halten: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann. Na dann, guten Appetit!

Quelle: Logistik express Ausgabe 4 | 2009