Die LogiMAT, Internationale Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement setzt als größte jährlich stattfindende Intralogistikmesse in Europa neue Maßstäbe. Sie ist die führende internationale Fachmesse, die einen vollständigen Marktüberblick und kompetente Wissensvermittlung bietet.

Hardware & Software aus einer Hand.

Einige Anlagenbauer punkten zunehmend im Software-Bereich und verfügen über eigene Unternehmenseinheiten für die IT-Entwicklung – mit Lagerverwaltungssystemen weit über die Anlagensteuerung und Materialflussrechner hinaus. So präsentieren sich etwa Aberle, Knapp, SSI Schäfer, Vanderlande oder Viastore in Stuttgart sowohl als Aussteller im Bereich Anlagen- und Fördertechnik, als auch mit zusätzlichen Ständen in der Software-Halle 8, als Anbieter von IT-Systemen für Lagerverwaltung und -prozesssteuerung.

Hardwareseitig stehen bei den internationalen Ausstellern insbesondere Neuheiten rund um Robotik, FTF und Shuttle-Technologie im Vordergrund – mithin die Themen Mobilität und Flexibilität im Lager. Das von ehemaligen Führungskräften der Kiva Systems (heute Amazon Robotics) gegründete amerikanische Logistik-Start-up 6 River Systems aus Boston (Halle 1, Stand K37) etwa stellt erstmals in Europa den mobilen kollaborativen Kommissionierroboter Chuck vor. Die KI-gesteuerte Lösung soll eine kosteneffiziente Alternative zur klassischen Lagerautomation bieten und die Kommissionierraten um 200 bis 300 Prozent im Vergleich zu manuell bedienten Kommissionierwagen steigern. Die Beijing Geek+ Technology Co., Ltd. (Halle 7, Stand C51), Chinas führender Anbieter von Lager- und Logistikrobotik, kommt mit der neuesten Version des Geek Picking Systems als integriertes Robotersortiersystem nach Stuttgart, darunter der P800 Kommissionierroboter für Einsätze mit Traglasten von bis zu 1.000 kg, der bei Temperaturen von -22° bis 122° C betrieben werden kann. Mit der Neuentwicklung des kollaborativen Roboters („Cobot“) Smart Item Robotics (SIR), der ohne vorheriges Anlernen von Artikeln deren produktgerechtes Handling übernimmt, stellt Vanderlande Industries GmbH (Halle 1, Stand J21 und Halle 2, Stand A05) eine automatische Artikelkommissionierlösung vor, die auf Grundlage eines Cobots mit den Bedienern zusammenarbeitet.

Treiber für die Systementwicklung und Umsätze der Anlagenbauer sind die durch Digitalisierung, Automatisierung und E-Commerce erforderlichen Investitionen der Anwender. Parallel dazu erfordern die raschen Technologieentwicklungen größtmögliche Wandelbarkeit bei Anlagenlayout, Materialflussgestaltung und systemischer Ausstattung. Bei der Umsetzung dynamischer, vollautomatisierter Lagersysteme, wie auch den innerbetrieblichen Transporten, kommen immer öfter Shuttle- beziehungsweise FTF-Lösungen und Routenzüge zum Einsatz – sowohl für den Ladungsträger Behälter als auch bei der Palette. In diesen Segmenten sind auf der 17. LogiMAT zahlreiche Weiterentwicklungen und Neuvorstellungen zu sehen. Storax Ramada (Halle 1, Stand L70) etwa kommt mit der neuesten Version seines Ranger Shuttlesystems nach Stuttgart, der Aussteller Savoye wird bei Intelis PTS Shuttle Systems auf der Galerie in Halle 1 (Stand OG30) eine Lösung speziell für den Tiefkühlbereich vorstellen und die Knapp AG (Halle 3, Stand B03) zeigt die aktuelle Version ihres OSR Shuttle-Systems Evo.

Behälter und Paletten werden von Shuttles üblicherweise an fest installierte Fördertechnik übergeben. Als barrierefreie Alternative für die Transportaufgaben außerhalb der vollautomatisierten Lagersysteme bieten sich ebenfalls FTF und Transportshuttles an. Die Trapo AG (Halle 5, Stand D37) präsentiert erstmals das autonome Transportgerät Trapo Transport Shuttle (TTS), das selbstständig agiert und mit dem Transportsystem Trapo Warehouse Shuttle (TWS) kommuniziert und zusammenarbeitet. Die EXOTEC Solutions SAS (Eingang Ost, Stand EO30) ist mit seinem multidimensionalen Shuttle-System Skypod-Roboter vor Ort, das Behälter transportiert und in Regalen mit bis zu zehn Metern Höhe lagert. Die Propoflex UG (Halle 1 Galerie, Stand OG06) reist gleich mit den jüngsten Entwicklungen ihrer mobilen Regalsysteme an.

 

Onlinehandel löst Entwicklungen aus.

Eine weitere, durch den E-Commerce geförderte Trendtechnologie bei Lagerung und innerbetrieblichem Transport ist Hängefördertechnik mit Taschensortern. Die aktuellen Entwicklungen in diesem Segment sind unter anderem bei SSI Schäfer (Halle 1, Stand D21), und bei psb intralogistics GmbH (Halle 1, Stand B04 und B07) zu sehen. Parallel dazu werden neue Kompaktanlagen wie das Lager- und Kommissioniersystem Storojet vorgestellt, das die ICO Innovative Computer GmbH (Eingang Ost, Stand EO40) als weltweit erstes automatisiertes, mehrstöckiges Flächenregallager bezeichnet.

Aber auch bei den klassischen Lager- und Fördertechnikgeräten sowie deren Komponenten sind die Entwicklungen längst nicht abgeschlossen. Als Neu- beziehungsweise Weiterentwicklung sind auf der LogiMAT 2019 unter anderem neue Leichtförderanlagensysteme (Blume-Rollen GmbH, Halle 3, Stand B77), Palettenprüfmaschinen (CCI Fördertechnik GmbH, Halle 3, Stand C46), Sortiersorter für Klein- und Leichtartikel (EuroSort Systems B.V., Halle 3, Stand D52), neuartige Kunststoffmodul-Transportbänder und Flachriemen (Forbo Siegling GmbH, Halle 3, Stand A01) oder neue Verfahrwagen zu sehen, deren Drehschubgabel mit integriertem Hub unterschiedlichste Ladungsträger zur bodentiefen Abgabe bereitstellt (AFB Anlagen- und Filterbau GmbH & Co. KG, Halle 3, Stand C79). Die chinesische Zhejiang Damon Technology Co. Ltd. (Halle 1 Galerie, Stand OG24) wird mehrere neue Geräte ausstellen – darunter die IoT-basierte, modulare Förderplattform i-G5. Bei der LT Fördertechnik GmbH (Halle 5, Stand F20) steht ein neues Regalbediengerät der Pegasus-Klasse für Automatische Kleinteilelager (AKL) im Mittelpunkt des Messeauftritts. Überdies sind in Stuttgart zahlreiche Exponate für Nischenbereiche und Spezialanwendungen, wie etwa das neue, elektrische Schwerlast-Ausrollregalsystem Modell 5003 der Lützenkirchen Lagertechnik GmbH (Halle 1, Stand K11) zu entdecken.

Die genannten Beispiele zeigen: Bei den Materialfluss-Lösungen im Lager setzen Automatisierung und Digitalisierung die Trends der Geräteentwicklung bei Fördertechnik und Anlagenbau. Bei der Konzeption von Anlagen und Materialflüssen stehen wandelbare Systeme und Flexibilität bei der Skalierbarkeit der Lösungen ganz oben auf der Agenda. Der jeweilige optionale Zuschnitt und das Spektrum der Komponenten sind so weitreichend wie die individuellen Anforderungen der Anwender.

 

Digitale Transformation.

Neben den Themen Systemvernetzung und Data Analytics beschäftigt gegenwärtig kaum ein Thema die IT-Anwender mehr als der Mega-Trend Digitale Transformation. Mit neuen Sensoren für das Internet der Dinge (IoT), extremen Prozessor- und Rechenleistungen, Speicherkapazitäten sowie Algorithmen für die weitere Automatisierung von Softwareprozessen selbst treten Automatisierung und Digitalisierung gegenwärtig in eine neue Phase. Die Informationstechnologie bildet das zentrale Instrument für die effiziente Verarbeitung erfasster Daten, die Steuerung von Prozessen und die Erschließung von Wettbewerbsvorteilen und Mehrwert aus den aktuellen Technologieentwicklungen. Mit zahlreichen Neuheiten für das Codieren, Erfassen und Vernetzen von Informationen untermauert die AutoID-Branche auf der 17. LogiMAT ihren Ruf als Enabler der digitalen Transformation. In den Hallen 4, 6 und 8 präsentieren die Entwickler und Anbieter von Softwarelösungen für die Intralogistik sowie die AutoID-Branche einen umfassenden Überblick über das entsprechende Produkt- und Leistungsangebot für die IT-Infrastruktur und Digitalisierung.

Die AutoID-Branche kann sich 2019 auf weiteres Wachstum einstellen. Die Ident-Technologien für zuverlässige Kennzeichnung, automatische Identifikation und Rückverfolgbarkeit sind die „Enabler“ für Digitalisierung, Industrie 4.0 und Logistik 4.0. Und auf diesem Weg, so die Bilanz aktueller Studien und Untersuchungen, zeigen sich die deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich als digitale Nachzügler. Es besteht Nachholbedarf bei der intelligenten Codierung, Erfassung und Vernetzung von Informationen aus Produktion und Logistik. „Die Digital Supply Chain und die Smart Factory sowie ein seinen Namen verdienendes Internet der Dinge sind keine Utopien mehr“, fasst AIM-Geschäftsführer Peter Altes zusammen. „Was davon bereits in der – niemals zu ersetzenden – Realität angekommen ist, zeigt nicht zuletzt die LogiMAT 2019.“

„Das Spektrum der Exponate reicht von den Optical Readable Media (ORM) -, RFID-, RTLS-Lösungen über 3D-Vermessung bis hin zu neuen Sensorik-Komponenten über alle AutoID-Technologien und -Verfahren“, erläutert Ruchty. „Im Detail werden unter anderem innovative Schocksensoren für die Transportüberwachung, neue RFID-Transpondern/Tags, -Labeldrucker und RFID-basierte Kommissionierhandschuhe vorgestellt. Daneben werden neuartige Lösungen im Bereich Digital Signage und electronic shelf labels (ESL) sowie bei digitalen Etiketten für Lager und Produktion gezeigt. Darüber hinaus werden Messstationen für maßgeschneiderte Umverpackungen direkt im Materialfluss zu sehen sein.“

Parallel dazu deckt das Rahmenprogramm der 17. Internationalen Fachmesse für Intralogistik-Lösungen und Prozessmanagement den Informationsbedarf des Fachpublikums. So wird in den Foren unter anderem die Rolle der AutoID bei der Steuerung und Optimierung von Unternehmensprozessen auf dem Weg zur Smart Factory (19.2.2019, Forum C, Halle 4), als Basistechnologie für Industrie 4.0 (20.2.2019, Forum C, Halle 4) und für die Digitalisierung der Supply Chain (19.2.2019, Forum C, Halle 4) sowie bei der schnelleren Entwicklung neuer Produkte (21.2.2019, Forum C, Halle 4) erörtert. Der AIM, Industrieverband für Automatische Datenerfassung, Identifikation (AutoID) und Mobile IT-Systeme, richtet in Halle 4, Stand F05 – gegenüber vom AIM-Gemeinschaftsstand – das bewährte Tracking & Tracing Theatre mit geführten Rundgängen und AutoID-Live-Szenario zur Digitalisierung der Supply Chain ein. „AutoID-Technologien, inkl. NFC und RTLS, sind schnell und sicher“, unterstreicht AIM-Geschäftsführer Peter Altes die Vorteile und Zukunftsfähigkeit. „Sie unterstützen die Automatisierung von Prozessen sowie ihre zunehmend autonome Gestaltung, bei der Objekte jeglicher Art sich wechselseitig identifizieren und verifizieren.“ Dabei werden die Entwicklungserfolge der flankierenden Technologien wie etwa Übertragungstechnik und Sensorik kontinuierlich reflektiert und in das Produkt- und Lösungsspektrum eingebunden.

Neben Scan-Engines für die Integration in Industrieanwendungen und Scan-Lösungen für den Handel- und Industriebereich ist die Opticon Sensoren GmbH (Halle 6, Stand A66), deutsche Niederlassung der japanischen Optoelectronics Co. Ltd., in Stuttgart mit ihren aktuellen Lösungen im Bereich Digital Signage und ESL (electronic shelf labels) vor Ort. Die Faubel & Co. Nachfolger GmbH (Halle 4, Stand G15) stellt auf der LogiMAT 2019 neue Smart Label mit batterielosen Aktiv-Matrix-Displays vor, deren Daten wie Zieladresse, Lagerort und Inhalt kontinuierlich verändert werden können. Mit digitalen Etiketten für Produktion und Lager kommt auch die troniTAG GmbH (Halle 6, Stand A70) nach Stuttgart. Mit ihnen können Lagerplätze, Maschinen und Kisten etikettiert und mit Informationen bespielt werden. Eine manuelle Beschriftung entfällt, denn der sogenannte Laufzettel, der einzelne Produktionsfortschritte dokumentiert, wird digital. Das Inhaltsverzeichnis der Behälter kann auf einem digitalen Label abgebildet werden und eine auf UWB basierenden Lokalisationstechnik ermöglicht das Tracken und Bespielen der Ladungsträger.

Um den Anspruch von RFID als Enabler der Digitalisierung zu untermauern, stellt etwa die Gustav Wilms oHG Supply Chain Technologies (Halle 4, Stand D05) eine neuartige Tag-Einbaumaschine vor. Durch die RFID-Transponder in Kästen und Fässern ist es möglich, in Kombination mit geeigneten Lesestationen die Mehrwegladungsträger durch die Prozesse zu verfolgen und auf Basis hinterlegter Daten zu steuern. Für die RFID-Tag-basierte Kommissionierung zeigt die Böllhoff GmbH (Halle 4, Stand A77) das neue elektronische Regaldisplays Ecolabel. Es dient einer flexiblen Kennzeichnung von Artikeln und soll die Pickprozesse über Pick-by-Signal beschleunigen. Um Fehlgriffe auszuschließen und das Handling zu vereinfachen, kommt dabei der RFID-Handschuh Ecoglove zum Einsatz. Mit jedem Handgriff werden dann die Informationen des RFID-Transponders ausgelesen und mit dem Auftrag abgeglichen.

Mit Fragen der Transportüberwachung hat sich die Aspion GmbH (Halle 6, Stand A64) auseinandergesetzt und mit Aspion G-Log 2 einen Schocksensor entwickelt, der mit ereignisgesteuerter Stoß- und Klimadatenerfassung, langer Batterielaufzeit und vielseitigen Kommunikationsmöglichkeiten speziell auf die Anforderungen im Bereich Maschinen- und Anlagenexport ausgerichtet ist. Er wird erstmals auf der LogiMAT 2019 dem internationalen Fachpublikum gezeigt. Apropos Transport: Beobachter der Transportbranche gehen davon aus, dass durch standardisierte, viel zu große Transport-Umverpackungen täglich bis zu 50 Prozent Luft transportiert wird. Die Leerräume werden überdies mit Füllmaterialien, oft aus Kunststoff, befüllt. Vor diesem Hintergrund gewinnen die genaue Erfassung von Volumen und Gewicht sowie nachhaltige Verpackungslösungen zunehmend an Bedeutung. Die G. Kraft Maschinenbau GmbH (Halle 4, Stand D61) präsentiert mit dem neuen KRAFT VMB 100-Scanner eine Sondermaschine, die die zu verpackenden Produkte beim Durchlauf einer Messbrücke mit integrierter Wägezelle und Kamera identifiziert, wiegt und vermisst. Die erfassten Daten werden für den nachgeschalteten Verpackungsprozess dokumentiert und archiviert beziehungsweise an die Stationen weitergeleitet. Ein nachgeschalteter KRAFT VPS 100-Kartonschneideautomat berücksichtigt alle Parameter, wählt automatisch das optimale Verpackungskonzept nebst Kartonagenqualität aus und erzeugt just-in-time die maßgeschneiderte Umverpackung.

Machine Learning ist eines der am schnellsten wachsenden Felder im gesamten Data-Analytics-Umfeld – und bildet die Basis der aktuellen KI-Anwendungen. Mit Advanced Analytics und Machine Learning (ML) ergeben sich weitreichende Möglichkeiten, die Prozessabwicklung weiter zu verbessern. Die dahinter liegenden Algorithmen errechnen und erkennen zuvor verborgene Muster, legen Zusammenhänge offen und erschließen so zusätzliche Optimierungspotenziale. Mit Blick auf die künftige Entwicklung ist überdies absehbar, dass KI im Rahmen der digitalen Transformation die Veränderungen in der IT-Infrastruktur, die Ablösung der heute üblichen proprietären Software durch offene Systeme, nachhaltig prägen wird. Vor diesem Hintergrund stellen zahlreiche Aussteller ML-basierte IT-Anwendungen für erweiterte Datenanalyse, Customer-Relationship-Management (CRM), Prozesssteuerung oder vorausschauende Wartung und Instandhaltung (Predictive Maintenance) vor.

„Im kooperativen Zusammenspiel mit den entsprechenden Software-Systemen, das zeigen die genannten Beispiele, steuern und optimieren die AutoID-Technologien durch die Digitalisierung beziehungsweise Erfassung von Informationen die Prozesse in Produktion, Supply Chain und Logistik“, resümiert LogiMAT-Projektleiter Ruchty. „Damit bilden sie nicht nur die Grundlage für die digitale Transformation, sondern erschließen den Anwendern auch einen deutlichen Mehrwert bei der Qualität und Optimierung ihrer Prozesse sowie bei der wettbewerbsdifferenzierenden Positionierung im Markt.“

 

Warehouse Management Lösungen.

Neben einer Vielzahl unterschiedlich ausgelegter Warehouse Management Systeme mit neuen Funktionen für ganzheitlich vernetzte Prozesse und ersten Anwendungen mit Verfahren und Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) findet das Fachpublikum in Stuttgart innovative Lösungen beispielsweise für industrielle Wearable-Computing-basierte Augmented Reality (AR), für Telematik und Transportmanagement sowie Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS) und aktuelle Softwarelösungen in den Bereichen Zoll-, Versandabwicklung und Exportkontrolle.

Die horizontale Integration von Applikationen der Supply Chain nimmt weiter zu. Parallel dazu steigt die Einbindung von über- und nachgelagerten Systemen der vertikalen Ebene. Im Kontext von Industrie 4.0 wird die lückenlose, intelligente Kopplung der IT-Systeme beider Ebenen die künftige Systementwicklung und das Angebotsspektrum prägen. Mit der modularen Konzeption ihrer Systeme und Serviceorientierten Architekturen (SOA) haben die Hersteller bereits die Grundlage dafür geschaffen. Inzwischen sind beispielsweise auf der horizontalen Systemebene immer öfter Funktionalitäten von Transport Management Systemen und Warehouse Management Systemen in den jeweils anderen Systemumfängen zu finden. Je nach Anforderung werden künftig etwa auch Module von Lagerverwaltungssystemen und Warehouse Management Systemen in ERP-Systeme integriert und umgekehrt. Entsprechende Ansätze präsentiert unter anderem die PSI Logistics GmbH (Halle 8, Stand D76) mit der systemübergreifenden, modularen Vernetzung von Produkten aus der PSI Logistics Suite mit der ERP-Infrastruktur. Daneben zeigt das Software-Unternehmen das Planungs- und Steuerungssystem für logistische Netze, PSIglobal, in einer Big-Data-Funktion als Konverter zur Harmonisierung heterogener Daten aus unterschiedlichen Quellen. PSI stellt auch eine KI-Anwendung vor, bei der mit Deep Learning und einem neuronalen Netzwerk Prozesssteuerung, AutoID, Dokumentation und Rückverfolgung mit Überwachungskamerasystemen sowie Closed Circuit Television (CCTV) miteinander verschmelzen.

Das IT-Unternehmen Team GmbH (Halle 8, Stand B21) fokussiert das Thema Data Analytics und präsentiert sein Warehouse Management System (WMS) ProStore® mit neuen Analyse- und Visualisierungsfunktionen. Das Start-up FPrimeZero GmbH (Halle 6, Stand F62) zeigt mit der Software Supplybrain eine Weltneuheit, bei der Regelungstechnik und Methoden der künstlichen Intelligenz zur hocheffizienten Steuerung der Supply Chain verschmelzen. Sie analysiert Aufträge und Warenflüsse in der Supply Chain in Echtzeit und steuert die Prozessabläufe entsprechend. Dabei werden Prozessschritte mit Hilfe digitaler Zwillinge rechnergestützt im Hintergrund simuliert und durch Techniken der Artificial Intelligence und Regelungstechnik auf die aktuelle Auftragslage hin optimiert. Das Start-up MotionMiners GmbH (Halle 8, Stand C18), eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), stellt mit seiner Motion-Mining®-Technologie ein auf Sensoren und Deep Learning basierendes Verfahren zur automatischen Analyse von manuellen Leistungsprozessen für die Industrie 4.0 vor. Die Inform GmbH (Halle 8, Stand D61) zeigt ein neues Verfahren für automatisierte Bewirtschaftung von Filialen nach Servicegrad und Kostenvorgaben. Mit dem Verfahren können Unternehmen mit komplexen Netzwerkstrukturen Meldebestände und Höchstbestände für jeden Artikel in jeder einzelnen Filiale berechnen.

IT fürs Auge präsentiert die Salt Solutions AG (Halle 8, Stand D35) mit einem Robotik-Showcase. Mithilfe von Deep-Learning-Frameworks erkennt Industrieroboter Dobot M1 Gegenstände und führt auf Basis von modular aufgebautem Coding vorgegebene Arbeitsabläufe selbstständig durch. Mit Möglichkeiten zur Integration von Robotern, Sensoren (IoT/IIoT), Augmented Reality, Voice-Applikationen und künstlicher Intelligenz besetzt die Inconso AG, (Halle 8, Stand D55) Themenfelder rund um Smart Collaboration. Im Fokus steht hier die Vernetzung als Schlüssel für eine effiziente Logistiksteuerung.

Daneben bilden die Aussteller mit zahlreichen Exponaten und Neuentwicklungen die Ebene der Subsysteme und ihrer Steuerung ab. So präsentiert die Anronaut GmbH (Eingang Ost, Stand EO80) eine eigenentwickelte Softwareplattform als Leitsystem für fahrerlose Transportsysteme (FTS/AGV). Die Plattform ist in punkto Reduzierung und Synchronisierung von Schnittstellen bereits auf den zukünftigen VDA/VDMA-Standard ausgelegt. Die iFD GmbH (Halle 10, Stand A01) stellt ihr Transportleitsystem mit neuem Modul für Routenzugsteuerung sowie Schnittstellen zu halb- und vollautomatischen Transportsystemen vor. Die sysmat GmbH (Halle 8, Stand B23) zeigt mit der Materialflussrechner-Software matCONTROL graphics eine Lösung zur herstellerunabhängigen Vernetzung und Steuerung von automatisierten Bereichen, mit der Regalbediengeräte und Anlagenteile sich direkt aus dem ERP-System ansteuern lassen. Zudem wird auf der LogiMAT 2019 erstmals ein Selbstbedienterminal (SBT) mit Gesichtserkennung zu sehen sein, dass die Paari® Group (Halle 6, Stand G67) vorstellt. Es übernimmt Aufgaben wie Anmeldung und Identitätsprüfung per Fahrer-ID oder RFID-Karte und stellt Yard-Scheine oder Laufzettel aus.

„Flexibilität, Automation und Vernetzung beziehungsweise Integration sind die bestimmenden Themen der IT-Entwicklung unter Industrie 4.0 und Digitalisierung“, resümiert Projektleiter Michael Ruchty. „Vor diesem Hintergrund unterstreichen die internationalen Aussteller der IT-Branche mit ihren Exponaten auf der 17. LogiMAT gleichermaßen ihre Innovationskraft wie auch das Entwicklungspotenzial, das aus der Einbindung neuer Technologien erwächst. Angesichts der aktuellen Veränderungen in der Systemlandschaft sowie der raschen Entwicklung in den flankierenden Technologien wie Sensorik, Robotik, Bilderfassung und KI – das zeigen die genannten Beispiele – bleibt die Entwicklung im Bereich der Logistiksoftware weiterhin spannend.“

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 1/2019, Der Countdown läuft – LogiMAT 2019 in den Startlöchern