Die Zukunft hält viele Herausforderungen für die Logistik bereit. Linde stellt sich diesen mit Innovation und Flexibilität. TEXT: ANGELIKA THALER

Bereits seit 1960 baut die Linde Fördertechnik GmbH Hubstapler, seit damals hat sich nicht nur das Portfolio erweitert, auch die technische Entwicklung ist weit vorangeschritten. Die aktuell schwierige Weltmarktsituation wirft die Frage auf, wie es weitergehen wird und wohin der Trend sich bewegt. 

Effizienz und Flexibilität
 
„Läger noch effizienter zu machen sowie möglichst schnelle und kurze Wege zu haben sind die aktuellen Prämissen“, erklärt Ing. Klaus-Dieter Witzger, Geschäftsführer der Linde, „Gleichzeitig werden die Läger auch größer, viele Logistiker versuchen, näher an Häfen oder große Intermodalterminals heranzurücken, um die dort gegebene Infrastruktur für die schnellere Verteilung zu nutzen.“ Dadurch würden sich auch die Anforderungen an die eingesetzte Technik sowie an das Layout der Anlagen schon im Vorfeld wesentlich ändern, etwa für große Umschlagläger mit vollelektrischer Steuerung. „Hier besteht die Notwendigkeit maßgeschneiderter Lösungen für die absolute Absicherung der Verfügbarkeit von Gütern und Funktionen bei gleichzeitiger Kostenoptimierung“, ist Witzger überzeugt. Daraus folge auch der Anspruch an die Hersteller, ständig Innovationen zu bieten. Ein wichtiger Punkt hierbei sei die Ergonomie: „Die Geräte müssen so gestaltet sein, dass die Ermüdungserscheinungen der Fahrer so gering wie möglich sind“, so Witzger. 

Krise trifft alle 
„Die Automobilindustrie ist einer der treibendsten Motoren der europäischen Wirtschaft, die derzeitige Krise ist natürlich sehr problematisch. Sie wirkt sich auch auf die Zulieferer und dadurch auf die Logistikprovider aus, die davon leben, täglich möglichst viele Teile zu transportieren“, zeigt sich Witzger besorgt. Er geht davon aus, dass die Situation auch noch eine Weile andauern wird – was unter anderem die Logistikprozesse erneut auf den Prüfstand stellen würde. Die Auswirkungen in Osteuropa würden sich erst mit Verspätung einstellen, da die Industrien dort noch nicht so vernetzt seien. „Viele Automobilhersteller haben sich in den letzten Jahren in Osteuropa angesiedelt, doch die Strukturen in vielen dieser Länder sind anders als bei uns, die Abläufe sind weniger kompliziert und sie verfügen über andere Strategien, um Krisenzeiten zu überstehen“, meint Witzger. 

Zuwachs beim Portfolio
 
Die ohnehin schon große Linde-Familie hat Zuwachs bekommen, zwei neue Produktreihen feierten unlängst ihre Premiere. „Wir versuchen, unsere Erfahrung am Markt zu nutzen sowie das Feedback unserer Kunden bei der Entwicklung einfließen zu lassen. Oft sind es nur kleine Features, deren Vorteile sich erst bei der Handhabung bemerkbar machen. Der Trend geht dahin, alle ein bis zwei Jahre die Produktfamilie im Sinne eines Baukastensystems zu erweitern“, führt Witzger aus. Wichtig sei dennoch die lange Lebensdauer der Artikel. Die Verfügbarkeit der Geräte liege bei 95 Prozent, die Reaktionszeit des Service bei vier Stunden. „Wir führen mit unseren Kunden wiederholende Gespräche, um laufend Verbesserungspotenziale auf beiden Seiten zu finden. Aktuell haben wir über 3.000 Serviceverträge“, freut sich Witzger. 

Produktivität und Sicherheit
 
Diesmal wächst das Angebot um sieben neue Hubwagen: drei Niederhubwagen T16, T18 und T20 mit 1,6 sowie 1,8 und 2,0 Tonnen Tragfähigkeit und vier Hochhubwagen L10B, L10, L12 und L12i mit 1,0 bzw. 1,2 Tonnen Tragfähigkeit, allesamt auf Mitgängeranwendungen im Lagerbereich spezialisiert. Mit dem Namen „Sinergo“ (Safety Innovation Ergonomie) rückt die Schnittstelle zwischen Mensch und Mitgängerfahrzeug in den Fokus: die Arbeit des Bedieners soll erleichtert und damit die Produktivität und Sicherheit der Mitarbeiter im Lager weiter erhöht werden. Das besondere Augenmerk der Entwicklungsingenieure galt dabei den Haupteinsatzfeldern, der LKW Be- und Entladung an der Rampe, dem Transport im Lager und der Einund Auslagerung im Hochregal.