Die andalusische Kooperative HEFAGRA – ein Verbund aus 700 Apotheken – verfügt
seit Kurzem über eines der modernsten und leistungsfähigsten Pharmaläger des Landes – und das alles made in Austria.

Hefagra beliefert von seinem Firmensitz in Granada aus Kunden mit Produkten des gesamten Gesundheitsbereichs und erwirtschaftet damit jährlich etwa 190 Millionen Euro. Beim Neubau des 20.000 m2 großen Distributionszentrums, das in einem stark erdbebengefährdeten Gebiet liegt, galt es, besondere Anforderungen zu erfüllen. So sollten nicht nur der Automatisierungsgrad erhöht und eine permanente Lagerkontrolle durch ein Warehouse Management System gewährleistet werden, auch eine Steigerung der Auslieferqualität und der Durchsatzleistung sowie die Vorbereitung einer zukünftigen Chargenverfolgung waren gefordert Aufgrund positiver Erfahrungen in bisherigen Projekten betraute Hefagra die KNAPP Logistik Automation GmbH mit der Realisierung des neuen Distributionszentrums.

KiSoft gibt den Ton an
Die Basis der Logistiklösung bildet das besonders leistungsfähige KiSoft WMS (Warehouse Management System). Unter seinem Kommando operieren das 2-gassige Regalbediengerät Smart-Storage-System im Wareneingangsbereich, das Ware-zum-Mann Lager- und Kommissioniersystem OSR sowie sämtliche voll- oder teilautomatischen Kommissionierlösungen im Lager. KNAPP zeichnet für die Gestaltung und Umsetzung des gesamten Projekts, von der Technologie bis hin zur Lagerverwaltungs- und Steuerungssoftware, verantwortlich.

Die Anlage im Detail
Dank der Visualisierungssoftware KiSoft i-POINT überwacht und steuert Hefagra nicht ur das gesamte Lager, sondern auch Einzelbereiche von zentraler Stelle aus. Die realistische arstellung des Lagers erfolgt in inem oder mehreren Bildern, in denen die Steuereinheiten des Lagers visualisiert sind. as WMS erfasst die Ablaufdaten und Chargennummern edes einzelnen Produktes, um ihm nach Prüfung und Verwiegen automatisch einen Lagerort zuzuweisen. Dieser kann das Palettenlager, das automatisierte Behälterlager mit Regalbediengeräten oder das OSR sein. Die Erfassung der Chargennummer gewährleistet die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Medikamente vom Produzenten bis zum Endverbraucher.

Alle zur Einlagerung im automatischen Behälterlager oder OSR vorgesehenen Produkte werden in vom KNAPP WMS vorgeschlagene und automatisch bereitgestellte Lagerordnungskästen umgeschlichtet. Gleichzeitig wird der Barcode des LOK mit den Produktinformationen verheiratet.

100 Meter Hochregallager
Das Hochregallager basiert auf einem Smart-Storage-System. Zur Bedienung der Stellplätze gibt es drei Regalbediengeräte, die zusätzlich zur Ein- und Auslagerung auch den Warennachschub und die systeminterne Reorganisation übernehmen. Bei jeder Fahrt werden bis zu zwei Behälter zeitgleich manipuliert, die Software sorgt für die Wegoptimierung. Wirtschaftliche Vorteile ergeben sich neben der aufgrund der zeitlichen Trennung von Wareneinlagerung und Kommissionierung zu jeder Tageszeit optimalen Nutzung dadurch, dass die Bremsenergie der RBG in das öffentliche Stromnetz zurückgespeist wird.

Automatische Kommissionierung & mehr
Auf über 100 Metern Zentralbandautomaten-Bereich erfolgt die Kommissionierung von etwa 90 Prozent aller Auftragszeilen. Auch hier sorgen Regalbediengeräte in den drei Gassen für die automatische Befüllung der 4.680 Automatenkanäle für SDA und TDA. Der Nachschub für die 2.640 Durchlaufregalpositionen der Automaten LMS und TD-Lean erfolgt RFgeführt, die Kommissionierung der Schnellund Mitteldreher übernehmen die Automaten SDA, TDA und LMS. Um die hohen Durchsatzan-forderungen zu erfüllen, läuft das System im patentierten „dynamischen Zonenmodus“ zur auslastungsoptimierten Personaleinsatzsteuerung. Der TD-Lean erledigt die automatisierte Kommissionierung der Langsamdreher, im Falle von Hefagra das Generika-Sortiment.

Pick-to-Light
In den manuellen Stationen kommissionieren die Mitarbeiter mit Radio-Frequency- Terminals aus Durchlaufregalen. Dank des OSR-Prinzips und Pick-to-Light Displays sowie Put-to-Light Anzeigen beim Auftragsbehälter ist eine äußerst ergonomische und
effiziente Bedienung möglich. Zusätzlich kommissioniert das WMS mittels RF extreme Schnelldreher und für Behälter ungeeignete Artikel direkt aus dem Lager, etikettiert sie und verfrachtet sie via Pick-to-Belt in den Versandbereich. Durch die zielbezogene Zusammenstellung und Sortierung der Versandbehälter durch die Fördertechnik im Warenausgang konnten die Tourenabfahrtszeiten um 30 Prozent verringert werden.

Quelle: Logistik Express Ausgabe Nr.1 | 2009