Innovative Softwarelösungen gepaart mit branchenspezifischem Wissen und Erfahrung können Hersteller in der Fertigungsindustrie bei der Produktkostenkalkulation und –optimierung unterstützen sowie Effizienz und Gewinn steigern.

Seit der Freigabe des Frankenkurses und angesichts globaler Wirtschaftsturbulenzen von China bis Brasilien wird in Industrie und Handel wieder kräftig gespart. Produktkostensenkungen stehen dabei ganz oben auf der Prioritätenliste. Doch wie viele Firmen kennen ihre Produktkosten ganz genau?

Auch im digitalen Zeitalter arbeiten zahlreiche KMU immer noch mit Excel-Dateien, wenn sie sich eine Übersicht über Maschinen-, Material-, Personal-, Transport- und/oder Gesamteinstandskosten von Zulieferteilen verschaffen wollen. Das ist nicht mehr zeitgemäss und bei einer hohen Zahl von Produkten oder Produktvarianten, globalem Sourcing und mehreren Produktionsstätten fehleranfällig, zeitraubend und schwierig.

Einfacher geht es mit innovativen Softwarelösungen, die für Transparenz sorgen und zeitnah aufzeigen können, wo und wie ein Unternehmen die Stellschrauben weiter anziehen sollte, um kosteneffizienter zu wirtschaften. Transparente Produktkosten sind zudem eine notwendige Voraussetzung für zielgerichtetes und erfolgreiches Value Engineering, die Anpassung der Produktfunktionen an die wirklichen Bedürfnisse des Kunden sowie die Sicherstellung einer kostenoptimierten Produktgestaltung und Produktion (Lean Production). IT-Tools können diese Optimierungen unterstützen, das Durchspielen verschiedener Produktions- und Sourcing-Varianten dokumentieren und auf diese Weise den Prozess der kontinuierlichen Verbesserungen effektiv begleiten. Verschiedene Beispiele zeigen, dass Firmen mit Hilfe solcher Applikationen ihre Kosten zwischen 10% und 30% senken und so ihren Ertrag steigern können.

Kosten analysieren
Basis für eine Optimierung der Produktkosten ist eine systematische Analyse bestehender Kosten (Cost Break Down). Gute Software-Tools ermöglichen eine unternehmensweit einheitliche, standort- und abteilungsübergreifende Kalkulation der Produktkosten. In die Berechnungen fliessen verschiedene Kostenfaktoren ein, wie zum Beispiel die Materialart, die Fertigungstechnologie oder aber die benötigten Arbeitskräfte. Durch einfache Schnittstellen zum firmeneigenen Enterprise-Resource-Planning (ERP)-System können tagesaktuelle, kostenrelevante Informationen, z.B. Preisinformationen von Zulieferteilen aus dem Einkaufssystem, Angebote und Ist-Werte auf Basis von Fertigungsaufträgen in die Berechnungen einfliessen. Bei kostenrelevanten Änderungen wird die Berechnung angepasst. Dadurch erhält ein Unternehmen die Möglichkeit, Kostenoptimierungen und Fertigungsszenarien in Echtzeit zu kalkulieren.

Eine Verknüpfung mit Lieferantenportalen und mit einer externen und/oder unternehmenseigenen Datenbank mit Benchmarks für Materialien, Standorte und Maschinen ist notwendig, um das gesamte Potential zu identifizieren. Ein anwenderfreundlicher Datenaustausch zwischen den Systemen spart nicht nur Zeit, sondern erhöht die Zuverlässigkeit der Kalkulationen.

Die ermittelten Zielkosten (Should Cost) können anschliessend mit den aktuellen Kosten verglichen und technische sowie kommerzielle Einsparpotenziale im Bereich Produktkonstruktion, Fertigung und Einkauf aufgezeigt werden. Gute Software-Tools ermöglichen das Durchspielen verschiedener Herstellungsvarianten mit unterschiedlichen Einkaufs- und Transportszenarien. Sobald die Optimierung abgeschlossen ist und neue Ist-Kosten erreicht sind, werden diese wieder in das ERP-System eingespielt und das Kostenmodell im Product-Lifecycle-Management (PLM)-System verwaltet.

Ausgaben senken
Mit geeigneter IT-Unterstützung stehen Ergebnisse von Kostenanalysen zeitnah zur Verfügung. Sie sind transparent und leicht reproduzierbar. Kostentreiber sind schnell identifizierbar. Das Unternehmen hat alle Kostenveränderungen im Griff und damit mehr Planungssicherheit.

Die strategischen Leitplanken für den Optimierungsprozess werden durch die Bestimmung eines Zielpreises (Target Price) abzüglich des Gewinns, den das Unternehmen realisieren möchte (Target Margin), und der sich daraus ergebenden maximal akzeptierten Kosten (Target Costs) definiert. Verbesserungen können in den meisten Fällen durch faktenbasierte Verhandlungen von Einkaufsumfängen (Fact-based Negotiation), eine Perfektionierung der Produktkonstruktion (Design-to-Cost, Value Engineering), schlanke Fertigungsprozesse (Lean Manufacturing), richtige Make-or-buy-Entscheidungen und Lieferantenqualifikation (Supplier Development) erzielt werden. Die durch ein Produktkosten-Kalkulationstool geschaffene Kostentransparenz führt gemeinhin in Unternehmen zu einem besseren, bereichsübergreifenden Kostenverständnis und zur Motivation der Mitarbeiter, sich stärker team-, strategie- und zielorientiert zu verhalten. Eine unternehmensinterne transparente Kommunikation der Kosten ist hierfür Voraussetzung.

 

Checkliste für die Auswahl einer Produktkosten-Kalkulationssoftware
 Bei der Auswahl einer kosteneffizienten Produktkosten-Kalkulations- und Optimierungslösung sollten folgende Fragen an Software-Anbieter gestellt werden:

  • Handelt es sich um eine Standardlösung?
  • Welche Erfahrungen hat der Softwareanbieter in diesem Bereich?
  • Handelt es sich beim Anbieter um ein Softwarehaus oder einen Spezialisten für Produktkostenoptimierung?
  • Ermöglicht der Aufbau und die Benutzerführung ein schnelles Erlernen und Anwenden der Applikation?
  • Kann die Software von allen involvierten Funktionen (Kostenkalkulation, Entwicklung, Einkauf, Fertigung) schnell erlernt und verstanden werden?
  • Ist die Kalkulation vollumfänglich transparent und einsehbar?
  • Gibt es schnelle Erfolge („Quick-Wins“), die in einer Testphase belegt werden können?
  • Welche Inhalte sind in der Datenbank hinterlegt?
  • Gibt es Vorlagen für Kalkulationen und „Helferlein“ für die Ermittlung der Fertigungsparameter der wichtigsten Fertigungstechnologien (zB. Zykluszeit und Tonnage für Kunststoff-Spritzguss)?
  • In welchen Sprachen wird das Tool angeboten?
  • Wie häufig werden die Daten in der Datenbank aktualisiert?
  • Wie werden die Updates geliefert (automatisch, auf Anfrage, web-basiert)?
  • Verfügt die Software über standardisierte Schnittstellen?
  • Übernimmt der Anbieter das Hosting der Softwarelösung?
  • Wird ein Training angeboten?
  • Gibt es ein globales Helpdesk?
  • Kann die Lösung im produktiven Echtbetrieb bei einem bestehenden Kunden angeschaut werden?

 

Wie funktioniert das PCC-Tool der GBC Solutions AG?
Firma X produziert Endprodukte aus verschiedenen Komponenten, die an verschiedenen Unternehmensstandorten und von verschiedenen Lieferanten gefertigt werden. Mit Hilfe des PCC-Tools der GBC Solutions AG werden die Herstellungskosten der einzelnen Komponenten an den diversen Standorten unter Berücksichtigung der Material-, Personal-, Maschinen-, Rüst-, Gemeinkosten und der Zukaufteile in einer Activity-based-costing (ABC)-Analyse ermittelt. Hierdurch werden die Kosten der Endprodukte in einem transparenten, strukturierten und nachvollziehbaren Ablauf kalkuliert. Dabei werden unter anderem die notwendigen Prozessschritte, Fertigungsannahmen und Standortdaten berücksichtigt.

Durch eine einfache Schnittstelle des PCC-Tools können Materialstämme aus dem unternehmenseigenen ERP-System übernommen und Stücklisten direkt in die Kalkulation geladen werden. So entsteht eine Kostenkalkulation (Kostenmodell) für die zu analysierenden Komponenten, Baugruppen und/oder Produkte. Werden Daten oder Annahmen geändert, stehen die neuen Kalkulationsergebnisse in Echtzeit zur Verfügung.

Lean Production und Value Engineering
Die quartalsweise aktualisierte Datenbank des Anbieters GBC Solutions AG bietet umfangreiche Referenzwerte für Maschinen-, Material- und Standortkosten. Darüber hinaus können mit den in der GBC- Datenbank hinterlegten Kalkulationsvorlagen und so genannten „Helferlein“ verschiedene Fertigungsprozesse und -parameter schnell und effizient ermittelt und unter dem Stichwort Lean Production und Value Engineering optimiert werden. Der Effekt eines Wechsels zu neuen Lieferanten, Lieferländern, Lieferbedingungen und –mengen kann ebenso zeitnah aufgezeigt werden wie Änderungen in der Produktionsmenge, bei Maschinenlaufzeiten, im Produktionsprozess oder Schichtbetrieb respektive Optimierungen der Fertigung oder eine Verlagerung der Produktion oder einzelner Produktionsschritte ins Ausland. Möglich ist dies durch Erfahrungswerte und das grosse Know-how von Fertigungstechnik bei der GBC Solutions AG und Ihrer Kooperationspartner, beispielsweise der Hochschule für Technik, Rapperswil (Schweiz).

Die Kalkulationsergebnisse des PCC-Tools werden in Form eines PDF-Berichts zur Verfügung gestellt und beinhalten die vollständige Kalkulation, transparent aufbereitet und direkt für eine Verhandlung mit potentiellen Lieferanten einsetzbar. Das PCC-Tool der GBC Solutions AG zeichnet sich durch eine einfache Benutzerführung aus, so dass alle Prozessbeteiligten die Software schnell im Griff haben und selbstständig nutzen können.

Autor: Dr. Michael Preiss, Inhaber, GBC Solutions AG, Cham

GBC Solutions AG ist ein Beratungsunternehmen, das Grossfirmen und KMU bei der Analyse und Umsetzung von Einsparpotenzialen unterstützt und u.a. praxiserprobte Softwarelösungen wie das PCC-Tool mit einer umfangreichen Datenbank zur Produktkosten-Kalkulation und -Optimierung anbietet.