Bis zum Abend online bestellt, rechtzeitig zu Arbeitsbeginn auf die Baustelle geliefert – und das in weiten Teilen Österreichs: Das macht das komfortable Logistikkonzept der H. Gautzsch Großhandel Österreich GmbH aus. Zentrales Element darin ist ein AutoStore-Kleinteilelager.

Beitrag: Redaktion.

Der Elektrogroßhändler bietet seinen Kunden neben einem umfassenden Warensortiment auch die Anlieferung sämtlicher Produkte bis zur Baustelle. Somit sparen sich die Handwerksbetriebe den morgendlichen Einkauf vor Baubeginn und können direkt mit der Elektroinstallation beginnen. Mit der Kombination aus Online-Vertrieb und Direktbelieferung ist das Unternehmen im benachbarten Bayern seit mehr als zehn Jahren erfolgreich.

Nun startet es sein Angebot auch in Österreich. Um einen flexiblen Service anbieten zu können, setzt der Online-Händler mit einem Sortiment von über 25.000 Artikeln in Himberg bei Wien auf ein automatisches Lager mit zweistufiger Kommissionierung. Im Zentrum der Logistikanlage steht AutoStore, ein ultrakompaktes Kleinteilelager, das nur rund ein Drittel der Fläche vergleichbarer Anlagen beansprucht. Realisiert wurde es von Markus Grabner, Senior Sales Manager bei Reesink Logistic Solutions, und seinem Team.

Innerhalb eines Aluminiumgerüsts, des sogenannten Grids, sind in der Anlage rund 18.000 Behälter der Größe 603x403x310 Millimeter in 16 Ebenen gestapelt. Bewegt werden sie von acht akkubetriebenen Robotern, die elektronisch gesteuert unabhängig voneinander agieren. Für Wareneingang und Kommissionierung ist die Anlage mit vier sogenannten Ports ausgestattet, von denen jeder flexibel für die benötigte Aufgabe eingesetzt werden kann. Sie sind in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeitsstufen ausgelegt.

In dieser Konfiguration schafft die Anlage bei der Kommissionierung 250 Behälterandienungen pro Stunde, die H. Gautzsch im Zweischichtbetrieb nutzt. Da AutoStore eine sehr schnelle Auftragsbearbeitung erlaubt, können Elektroinstallateure fehlendes Material für den Folgetag auch nach Tagesabschluss auf der Baustelle noch ordern. Letzte Aufträge können noch bis 30 Minuten vor Schichtende bearbeitet werden. „Die Anlage bietet uns größtmögliche Ausfallsicherheit und extrem flexible Erweiterungsoptionen“, freut sich Helmut Lindinger, Geschäftsführer der H. Gautzsch Großhandel Österreich GmbH.

Tipps für die Anlagenplanung -4 Fragen an Automatisierungsexperten Markus Grabner – Reesink Logistic Solutions Austria

Was sind die wichtigsten Eckpunkte bei der Konzeption eines automatischen Kleinteilelagers?

Größe, Volumina und Gewichte der Artikel müssen zu den Maßen der Behälter passen – das ist der wichtigste Punkt.

Welcher andere Faktor ist bei der Planung außerdem entscheidend?

Die Wahl der Lagertechnik hängt maßgeblich vom Platz ab, der zur Verfügung steht. Kompakte Anlagen wie ein AutoStore bringen deutlich mehr Artikel auf derselben Fläche unter.

Worin unterscheiden sich verschiedene Anlagentechnologien noch?

Besonders groß sind die Unterschiede im Bereich der Ausfallsicherheit. Manche Anlagen kommen durch beschädigte Bauteile ganz oder teilweise zum Stillstand.

Dezentral betriebene Lager wie ein Auto-Store mit seinen autonomen Robotern verlieren dagegen schlimmstenfalls an Geschwindigkeit. Sie können im laufenden Betrieb gewartet oder erweitert werden. Andere Analgentypen müssen dagegen bis zum Abschluss der Arbeiten mitunter wochenlang stillstehen.

Wie sieht es mit dem Energiebedarf der Anlagen aus?

Nur wenige automatische Lager sind ressourcenschonend. Die Stromverbräuche differieren erheblich. Ein AutoStore ist dagegen extrem energiesparend und bietet damit eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Lösung: Zehn Transportroboter haben in etwa nur den Stromverbrauch eines einzigen Staubsaugers. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Ausgabe 2/2021