Viele Auftragsbücher sind voll, aber der Schein trügt: die Wirtschaft, wie wir sie kennen, steht auf der Kippe. Aktuelle und künftige Probleme lassen sich nicht mit bekannten Maßnahmen lösen, ein Umdenken ist nötig. Auf dem Future Lab und dem Logistiktag am 28. und 29. September werden neue Wege aufgezeigt, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Natürlich darf auch die Gala zur Verleihung des Österreichischer Logistik-Preises 2021 nicht fehlen.

Einen Blick in die Zukunft werfen, und das ganz ohne Glaskugel… wer wünscht sich das nicht? Beim Logistik-Future-Lab am 28. September 2021 im Design Center Linz findet nicht nur die Start-up-Lounge für frische Geschäftsideen statt, auch das Vortragsprogramm kann sich sehen lassen. Das Schöne am Future-Lab ist, dass es keine Denkverbote gibt. „Beim Future-Lab geht es um Themen, die konkrete Beiträge zur Weltverbesserung und bald umsetzbar sind“, erklärt Franz Staberhofer, Obmann VNL Österreich und Leiter Logistikum, der die Begrüßungsrede halten wird.

Live aus Mountain View, Silicon Valley, wird Andreas Wendel für den ersten Vortrag zugeschaltet: „Fahrerlose LKW – Traum oder Realität?“ Als VP of Engineering, Kodiak Robotics, ist er Experte für die Verwirklichung autonomen Fernverkehrs. Stellt sich die Frage, ob sich das Konzept von den Highways in den USA auch auf Österreich ummünzen lässt.

Ab 14 Uhr hat man die Wahl zwischen verschiedenen Themenschwerpunkten, die in den Sälen A und B sowie im Kinosaal parallel behandelt werden. Beim Themenschwerpunkt „Just-in-Real-Time: Echtzeit-Daten für bessere Entscheidungen und resiliente Lieferketten“ (Kinosaal) moderiert Markus Gerschberger, Head of Research Department Supply Chain Management, Logistikum. Angesichts der erst kürzlich vorgefallenen, schmerzhaften Lieferkettenunterbrechungen – Stichwort Suezkanalblockade oder auch Corona – könnte Concurrent Planning die Erlösung bringen. Aber auch Machine Learning hilft, die Vorhersehbarkeit zu steigern. Die Beiträge dazu: „Warum gleichzeitige Planung zu mehr Resilience führt als Planungsgenauigkeit“ von Hans Georg Kaltenbrunner, Industry Principal EMEA, Kinaxis, sowie „Crisis Management & Supply Chain Resilience“ von Darko Belic, Geschäftsführer DHL Supply Chain Automotive GmbH Germany. Zweiter Themenschwerpunkt im Kinosaal: „Österreich – ein aktiver Gestalter des Straßengüterverkehrs der Zukunft?“ moderiert von

Matthias Neubauer, Professor für Logistikinformationssysteme | Hyperconnected Logistics Systems, Logistikum. Als Beiträge dazu: „Chancen und Grenzen alternativer LKW-Antriebstechnologien im Praxiseinsatz“ von Jürgen Bauer, Mitglied der Geschäftsleitung, Gebrüder Weiss GmbH sowie „Testregion Digitrans – Wir bringen die Zukunft des autonomen Transportes auf die Straße“ von Eva Tatschl-Unterberger, DigiTrans GmbH, „AWARD – Hochautomatisierter Gütertransport unter widrigen Wetterbedingungen“ von Armin Humer, DB Schenker und „ESRIUM – Intelligente und vernetzte Straßeninfrastruktur für den hochautomatisierten Güterverkehr“ von Bernd Datler, ASFINAG Maut Service.

In Saal A lautet der Themenschwerpunkt „Emissionsreduktionen in Transportketten: Von der Analyse zu Optimierungsmaßnahmen“ moderiert von Oliver Schauer, Studiengangsleiter Digitales Transport- und Logistik-Management am Logistikum. Beiträge dazu: „Bevor man managen kann, muss man messen“ von Jakob Muus, Founder CEO Track GmbH; „Modal shift – ein Beitrag zum Green Deal?“ von Karl Schauer, Direktor LKW WALTER; „Sustainability, CO2 Emissions & Inland Waterways“ von Lisa-Maria Putz, Professor for Sustainable Transport am Logistikum und Alan Lewis, Technical Director, Smart Freight Centre. Beim zweiten Themenschwerpunkt nach der Pause geht es um „Das Lieferkettengesetz: Worauf müssen sich Unternehmen in Supply Chain und Beschaffung vorbereiten?“, moderiert von Gerald Schönwetter, Professor für Logistik am Logistikum. Beiträge dazu: „Was passiert in meiner Lieferkette? Predicitive Riskmanagement“ von Harald Nitschinger, Co-Founder & Managing Director, Prewave – predictive risk intelligence from social media data sowie „Nachhaltigkeitsratings für Unternehmen“ von Elisabeth Lohmayer, Account Executive Mid-Market, EcoVadis.

Auch in Saal B gibt es Themenschwerpunkte. Der erste lautet „future factories brauchen eine Revolution in der Intralogistik“, moderiert von Martin Riester, Geschäftsbereich Logistik und Supply Chain Management, Fraunhofer Austria Research GmbH. Beiträge dazu: „flexible intralogistics for future factories“ von Roland Sitar, Technology & Automation Manager flex und Patrick Bernauer, Motion & Laboratory Engineer flex sowie „Quantensprung in der Intralogistik durch eine integrierte, KI-basierte Optimierung von mobilen Robotern und Gabelstaplern“ von Wolfgang Hackenberg, Geschäftsführer, SYNAOS GmbH. Themenschwerpunkt zwei: „Shopping von morgen: Logistik zwischen POS (Point-of-Sale) und POD (Point-of-Delivery)“ moderiert von Oliver Schauer, Studiengangsleiter Digitales Transport- und Logistik-Management am Logistikum. Gleich vier Beiträge warten in diesem Bereich: „Global.Web.Shop – Das erste reale Handelshaus in der virtuellen Welt“ von Michael Stockinger, Sales Stranzinger Gruppe; „OmniStore – Neue Wege zu den Kunden“ von Peter Prisching, Director of Shopconsult Umdasch Venture und Michael Schedlbauer, Industry Manager Grocery, TGW Logistics; „Die letzte Meile 2.0“ von Johannes Braith, CEO & Co-Founder, Storebox Holding GmbH und Roland Sitar, Technology & Automation Manager, flex; „WienBox – Ein Service der Wiener Stadtwerke“ von Nadine Adensam, Projektmanagement Wien – Out Of The Box und Stefan Tichacek ,WIENER LOKALBAHNEN GmbH.

Im Rahmen der anschließenden Abendgala im Palais Kaufmännischer Verein in Linz wird der Österreichische Logistik-Preis 2021 verliehen, zuvor wird Wolfgang Lehmacher, Globaler Vordenker und Praktiker der Logistik, Direktor Emeritus Supply Chain & Transport Industries beim Weltwirtschaftsforum über „USA und China im Wettlauf: Auswirkung auf Europa und die globalen Lieferketten“ referieren.

Am 29. September findet dann der eigentliche Österreichische Logistiktag im Design Center Linz statt. Pünktlich um 9 Uhr wird Franz Staberhofer die Eröffnung vornehmen. Hoffentlich hat niemand zu lange beim Networking der Abendveranstaltung gefeiert, denn für die Keynote „Supply Chain: a key to unlock RHI Magnesita’s Transformation“ von Stefan Borgas, President & CEO RHI Magnesita, sollte man wirklich ausgeschlafen sein. Wie schon am Vortag geht es dann dreigeteilt weiter, mit parallelem Programm in den Sälen A, B sowie im großen Saal.

Im großen Saal lautet das erste Thema „Visibility im Transportnetzwerk: Welchen Nutzen ziehen die verladende Wirtschaft und Dienstleister daraus?“, moderiert von Andreas Breinbauer, Leiter der FH-Studiengänge Logistik und Transportmanagement, Fachhochschule des BFI Wien. Die Beiträge dazu: „Integriertes Transportmanagement – Digitale Transformation im Inbound Liefernetzwerk“ von Alfons Dachs-Wiesinger, Director Logistics Network, MAGNA STEYR FAHRZEUGTECHNIK AG & CO KG;

„Sappi‘s fully transparent supply chain powerd by Shippeo“ von Christian Weber, Head of Supply Chain, Service Management, Sappi Europe und Marcel Prengel, Strategic Account Executive, Shippeo; „Vertrauen, Transparenz und Kontrolle – Rezept für eine erfolgreiche Partnerschaft im erfolgskritischen Schlüssel-Prozess der Ersatzteil-Logistik“ von Harald Wegerer, Vice President Customer Service Division, ENGEL Austria GmbH.

In Saal A stehen „Frische und Convenience als Treiber innovativer Handelslogistik“ im Fokus – moderiert von Oliver Schauer, Professor für Logistik am Logistikum. Beiträge dazu: „Gurkerl.at – Wiens innovativster Online-Supermarkt“ von Maurice Beurskens, CEO gurkerl.at sowie „UNIBOX – Kleinstformat in der LEH-Supply Chain“ von Robert Knöbl, Geschäftsführer, UNIMARKT GRUPPE GmbH. Im Saal B dreht sich alles um „Flexible und skalierbare Intralogistik für die Materialbereitstellung und künftige Produktionsanforderungen“ moderiert von Eduard Wünscher, CEO WEGIP GmbH, ehem. CEO KNAPP. Beiträge dazu: „Logistik für eine flexible und wandlungsfähige Produktion“ von Robert Schulz, Institutsleiter, Institut für Fördertechnik und Logistik Universität Stuttgart; „Innovative Lager- und Kommissionierlösungen für Groß- und Kleinteile in der Automobilindustrie“ von Werner Josef Frissenbichler, Geschäftsführender Gesellschafter, FB Automation und Gerhard Krauser, Head of Supply Chain Engineering, Global SCM, MAGNA STEYR FAHRZEUG-TECHNIK AG & CO KG.

Auch nach der Mittagspause muss man sich für einen der drei Säle entscheiden. Schwerpunkt im großen Saal: „Unterschiedliche Kundenerwartungen an verschiedene Absatzkanäle erfordern differenzierte Supply Chain-Strategien für Handel und Produzenten“, moderiert von Klaus Venus, Geschäftsführender Gesellschafter, Ifl Consulting GmbH. Beiträge dazu: „Der Kunde im Fokus – Wertschöpfungskette der Zukunft“ von Michael G. Huber, Head of Global Supply Chain – Demand Supply Intelligence, BSH Hausgeräte sowie „Trends, Strategien & Konzepte für mehr Kundenorientierung in der Handelslogistik“ von Michael Lauer, Prokurist, Group Head of Logistics, MediaMarktSaturn Deutschland.

Spannender Schwerpunkt in Saal A: „Supply Chain-Risk-Management: Sicherung der Warenversorgung und der Liefertreue“ moderiert von Martin Hofer, Geschäftsführer, valantic Supply Chain Excellence GmbH. Beiträge dazu: „Risikomanagement in Halbleiter-Lieferketten – wie globale Flexibilität und andere Maßnahmen Risiken mindern und Chancen nutzen“ von Hans Ehm, Senior Principal Engineer Supply Chain, Infineon sowie „Von den unsichtbaren zu den gewichteten und transparenten Logistikketten – Wie die Zentralität durch Kosten und Verfügbarkeit verändert wird“ von Jürgen Gumpinger, Vice President Group Logistics, KTM AG. In Saal B geht es um „Digitale und automatisierte Supply Chain-Prozesse als Effizienztreiber in traditionellen Unternehmen“ moderiert von Veit Kohnhauser, Fachbereichsleiter Logistik & Operations Management, FH Salzburg. Beiträge dazu: „Wie Digitalisierung Supply Chain-Prozesse im traditionellen Handel optimiert“ von Sabine Thaler, Project Manager, Unser Lagerhaus Warenhandels GmbH sowie „Wie können digitale E2E Supply Chain-Prozesse den Kundennutzen in der Baustoffindustrie steigern?“ von Günther H. Gfrerrer, Head of Supply Chain Management, Wienerberger Building Solutions Wienerberger AG. Ehe sich dann alle aufs Logistik-Bier treffen, lockt noch eine interessante Keynote alle zusammen in den großen Saal: „Chaos in den Lieferketten. Mikro- und makroökonomische Auswirkungen“ von Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel.

An beiden Tagen gibt es zudem eine spannende Fachausstellung und eine Start-up-Lounge. Für den Einlass kommt die 3G-Regel zum Einsatz, natürlich gibt es auch ein umfassendes Hygienekonzept für eine sorgenfreie Teilnahme.

 


 

Im Vorfeld der Veranstaltung wollten wir vom Vereinsobmann Franz Staberhofer wissen, wie es den Mitgliedern aktuell so geht: „Die Umsätze sind teilweise auf Rekordkurs, in vielen Bereichen sind Unternehmen ausgelastet bis ins zweite Quartal 2022. Eines der Hauptthemen ist natürlich das Personal, beispielsweise in der Gastronomie. Natürlich wird COVID uns weiter beschäftigen, aber wir sind in den letzten 1,5 Jahren gut damit umgegangen, und so wird es auch weiterhin sein. Bei der Veranstaltung bietet wir durch 3G maximale Sicherheit, wie es das Gesetz und auch die Vernunft uns vorschreiben.“ Wie sieht er die aktuellen Bemühungen hinsichtlich Klimaschutz? „Ich stimme der Feststellung des Rechnungshofes zu und bin persönlich davon überzeugt, dass einschneidende, heftige Maßnahmen nötig sind, um eine Änderung zu erzielen. Allerdings sind die Wünsche der Beteiligten oft widersprüchlich und die Konsequenzen und deren Umsetzung sind zu kurz gedacht. So passen der Green Deal und das Lieferkettengesetz teilweise nur schlecht zusammen. Denn wenn Elektroautos die Lösung der Co2 Problematik sein sollen, Lithium aber beispielsweise aus Afghanistan kommt, passt das einfach nicht. Maßnahmen zum besseren Umgang mit Ressourcen sind wichtig, und die Logistik und die Supply Chain müssen ihren Beitrag leisten, aber wir wollen keine sinnlosen Aktionen mittragen. Angenommen, man würde 6 Millionen LKW durch Elektrofahrzeuge austauschen, dann wäre das keine nachhaltige Lösung – besser ist es, weniger LKW einzusetzen, beispielsweise durch neue Transportkonzepte. Es braucht dringend ein Re-Think: wenn man es ernst meint, dann muss man den Themen mit neuen Zugängen begegnen anstatt mit zu kurz gedachten Maßnahmen. Hier fehlt aktuell die Nüchternheit. Darum unser Veranstaltungsmotto, hier werden Beispiele für reale Beiträge aufgezeigt, die sich auch umsetzen lassen.“

 

LOGISTIK express Journal 4/2021