Huber Tricot, ein österreichisches Traditionsunternehmen im Bereich der Wäsche- und Stoffproduktion, setzt bei der Kennzeichnung seiner Versand- und  Transporteinheiten auf den SSCC-Standard von GS1.

In der logistischen Kette, von der Zulieferindustrie über das produzierende Gewerbe und den Handel bis hin zum Verbraucher, sind täglich Millionen von Transport- und Versandeinheiten unterwegs. Um den Verbleib dieser Waren und ihre Wege verfolgen zu können, aber auch für mögliche Rückrufaktionen oder für Qualitätssicherung ist es notwendig, jede dieser Verpackungseinheiten auf ihrem Weg zu identifizieren. Dafür benötigen Versender, Dienstleister und Empfänger eine eindeutige und gemeinsame „Sprache“ – die mitunter auch die Verständigung über Landesgrenzen hinweg erlaubt und einfach aufzubringen und ebenso einfach abzulesen ist. Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahr 1989 der Serial Shipping Container Code (SSCC) in das System von GS1 aufgenommen. Er ermöglicht die eindeutige, weltweit überschneidungsfreie Identifikation von Versand- und Transporteinheiten.

Weniger Zeit, mehr Qualität
Seit kurzem hat sich der heimische Wäschespezialist Huber Tricot für den Einsatz von SSCC in seinem Verteilerzentrum im niederösterreichischen Guntramsdorf entschieden. Gemeinsam mit dem Logistikdienstleister Logwin setzt er hier auf die Erfahrung und die Leistungen von GS1 Austria als internationale Standardisierungsorganisation. Bisher wurde der Wareneingang auf „klassischem“ Weg abgefertigt: Ladeliste, Lieferschein, Packliste und ein dazugehöriges Schreibgerät sorgten für die Abzeichnung, danach wurden die Verpackungen den entsprechenden Lagerorten zugewiesen und schließlich manuell
in das Warenwirtschaftssystem übertragen.

Alle Paletten und Überverpackungen, die an das Logistikcenter von Logwin geliefert werden, werden jetzt, konkret seit dem 1. März 2009, mit SSCC gekennzeichnet. Neben der lückenlosen Rückverfolgbarkeit entlang der Logistikkette bietet die Kennzeichnung noch weitere Vorteile: eine signifikante Zeitersparnis bei der Warenvereinnahmung und die Reduktion der Fehlerquote.

Datenverarbeitung „just in time“ Ein weiteres Hauptargument für eine Umstellung auf ein automatisches System war der Wunsch nach mehr Transparenz und einem rascheren Erfassungsprozess beim Wareneingang. Durch den SSCC und die dazugehörige Barcode-Technologie ist es jetzt möglich, die Packliste oder den Lieferschein einer Lieferung direkt abzubilden, durch die Erfassung der einzelnen SSCCs abzuarbeiten und dann im nächsten Schritt die Einlagerung mit dazugehöriger
Lagerplatzbestätigung durchzuführen.

Die Daten erscheinen auf Basis der neuen Prozesse jetzt direkt und in Echtzeit in den jeweiligen Systemen auf. Damit kann im Versand rascher kommissioniert, schneller ausgeliefert und eine höhere Drehung im Lager erzielt werden. Sowohl für Huber Tricot als auch für Logwin ergibt sich daraus eine Reduktion der Lagerplatzkosten im Distributionslager, eine raschere Auslieferung an die Filialen und eine höhere Drehung der Artikel im Shop. An der Schnittstelle zum Endkonsumenten folgt daraus die Reduktion der „Out of Stock“ Rate.

Fit für künftige Entwicklungen
„Huber Tricot ist seit mehr als 25 Jahren Partner im GS1 System. Der Übergang zum SSCC und die Verwendung der internationalen Standards in der Lagerlogistik waren für uns der logische Schritt, damit nicht nur unsere Produkte, sondern auch das Prozessmanagement auf „top-moderne“ Standards ausgerichtet ist“, erklärt Gerhard Huber, Leiter Vertriebslogistik von Huber Tricot. Gemeinsam mit dem Partner Logwin kann das Unternehmen zusätzlich zur Barcode-Technologie weitere Innovationen in seiner Logistikkette setzen. Die Pläne für eine Erweiterung und Kombination des Systems in Richtung RFIDTechnologie mit den Standards von GS1/EPCglobal wurden bereits mit Unterstützung von GS1 getestet und evaluiert. Die Technologie bietet gerade in der Textilindustrie eine Reihe von Vorteilen, da sich die Kennzeichnung nicht nur auf den logistischen Teil, wie die Kennzeichnung der Palette und der Überverpackung, beschränken muss, sondern auch ideal auf Produktebene eingesetzt werden kann. Tagesaktuelle Inventurergebnisse und höhere Warenverfügbarkeit am Point of Sale sind Vorteile, die dadurch noch weiter ausgeschöpft werden können. „Die Basis dafür bilden die globalen Standards von GS1, denn nur mit definierten Schnittstellen, Datenträgern, Identifikatoren und klaren Strukturen kann eine globale Logistikkette effizient bis hin zum gelebten Supply Chain Management funktionieren“, ist Franz Bräuer von Logwin überzeugt.

HUBER Tricot
Seit hundert Jahren steht HUBER Tricot als Synonym für Wäsche für die ganze Familie und ist einer der bekanntesten Stoffhersteller Österreichs. Das Unternehmen innerhalb der Huber Holding AG produziert mit einem hochmodernen Maschinenpark Stoffe aus Baumwolle, Baumwollmischungen, Zwirnen und Kunstfasern. Der Produktionsstandort in Mäder wurde 1968 errichtet und seither ständig an den neuesten Stand der Technik angepasst.

Logwin AG
Mit ganzheitlichen Logistik- und Servicelösungen für Industrie und Handel ist Logwin in allen wichtigen Märkten weltweit aktiv und verfügt über 400 Standorte auf allen Kontinenten. Im Zentrum stehen drei Geschäftsfelder: Solutions (kundenorientierte Kontraktlogistik-Lösungen), Air + Ocean (weltweite Luft- und Seefrachtaktivitäten) und Road + Rail (Land- und Spezialverkehre in Zentral-, West- und Osteuropa).