Covid-19 hat Deutschland fest im Griff. Von den Pandemie-Maßnahmen ist nicht nur der stationäre Handel im Bereich der nicht lebensnotwendigen Produkte betroffen. Auch der Onlinehandel befürchtet mittlerweile massive Umsatzrückgänge. Um herauszufinden, wie sich der deutsche Markt nach dem Corona-Virus entwickeln wird, hat das eCommerce Competence Center von Arvato Supply Chain Solutions die aktuelle Datenlage mit der Entwicklung in China verglichen und daraus mögliche Szenarien abgeleitet.

Beitrag: Redaktion.

Während für China ein Verlauf mit schneller Stabilisierung realistisch erscheint, wird die konjunkturelle Dynamik hierzulande wahrscheinlich langsamer verlaufen. Denn im Gegensatz zu Deutschland wurde das Maximum der Neuinfektionen in China bereits im Februar erreicht und leichte Erholungstendenzen des Online-Geschäfts sind bereits erkennbar.

Sollte die Anzahl der Neuinfektionen dort weiterhin auf niedrigem Niveau stabil bleiben, gilt für China wie bei der SARS-Epidemie 2003 ein Verlauf mit einem kurzen Einbruch der Wirtschaftsaktivität, der schnell wieder aufgeholt werden kann. Mit wachsender Zuversicht und gelockerten Pandemie-Maßnahmen ändert sich auch das Shopping-Verhalten der chinesischen Konsumenten. Sie kaufen neben dem Notwendigsten auch wieder Fashion- und Beauty-Produkte.

Für den deutschen Onlinehandel sind nach Ansicht der Arvato-Experten vor allem die kommenden beiden Wochen entscheidend. Denn je nach Entwicklung der Neuinfektionen wird sich zeigen, ob und wie schnell sich der Onlinehandel 2020 erholen kann. Auf der einen Seite lassen die aktuell sehr hohen Infektionszahlen einen baldigen Peak vermuten, der als Hinweis auf einen ähnlichen Verlauf wie in China gedeutet werden kann. Doch das Hoch der Ausbreitung könnte auch erst Ende April oder Mai erreicht werden.

„Sollten die aktuellen Beschränkungen in Deutschland noch für weitere vier bis sechs Wochen bestehen bleiben, werden sich Konsumenten auch weiterhin nur auf die wesentlichen Einkäufe beschränken, weil große Unsicherheiten bezüglich des Arbeitsmarktes bestehen“, sagt Franziska Kier, Senior Consultant beim eCommerce Competence Center.

„Das könnte für viele kleinere und mittelständische Unternehmen Personalentlassungen oder sogar die Insolvenz bedeuten, was zu einer deutlich langsameren und unvollständigen Erholung des Onlinehandels in 2020 führen würde.“ Im Fashion-Bereich wäre davon vor allem das High Street Segment betroffen, während bei Beauty-, Sport- und Luxusprodukten eine schnellere Stabilisierung erwartet wird.

Die vollständige Analyse steht hier zum Download bereit: https://arva.to/eccde. Unter dem Download-Link erhalten Sie zukünftig ein wöchentliches Update des eCommerce Competence Centers zur weiteren Marktentwicklung. (RED)

Quelle: LOGISTIK express Journal 2/2020