Die Zeiten, in denen Jungheinrich nur Stapler und andere Regalbediengeräte produzierte, sind lange vorbei. Heute gibt es zwar auch stets neue Modelle und Produkterweiterungen, dennoch schickt sich das Unternehmen an, den Markt als Generalunternehmer neu aufzumischen.

Der frühere reine Flurförderzeughersteller hat sich zum produzierenden Logistikdienstleister gemausert, wie ein kürzlich in Deutschland realisiertes Großprojekt deutlich zeigt. Dass jedoch auch das Kerngeschäft nicht vernachlässigt wird, beweist der soeben in Serienproduktion gegangene Mini-Schlepper, der schon bei der Präsentation des Prototyps auf der CeMAT 2008 für Furore sorgte. Doch auch die Hydrostat-Familie – der Gegengewichtsstapler ist auch mit spezieller Getränkeklammer verfügbar – darf sich demnächst über Zuwachs freuen.

Distributionszentrum der Superlative
In Hilpoltstein südlich von Nürnberg plante und errichtete Jungheinrich vor Kurzem das neue Distributionszentrum der Keller & Kalmbach GmbH, eines Großhandelsunternehmens für Schrauben und Werkzeuge. Von der ersten bis zur letzten Sekunde an zeichnete Jungheinrich verantwortlich für die erfolgreiche Umsetzung der Anlage, die nun auf einem 44.000 Quadratmeter großen Grundstück an der A9 liegt. „Der Vorteil eines Generalunternehmers liegt darin, dass man alles aus einer Hand erhält. Es gibt keine Schnittstellen Problematik, da man nur einen Verantwortlichen hat und als Kunde nicht die einzelnen Gewerke abstimmen muß“, hebt Christian Erlach, Geschäftsführer der Jungheinrich Austria Vertriebsges.m.b.H, hervor.

Ein 35.000 Stellplätze umfassendes Palettenhochregallager in Kombination mit einem 164.000 Kartons fassenden Kleinteilelager samt automatischem Kleinteilelager für 8.000 Tablare garantiert die rasche Verfügbarkeit sämtlicher gewünschter Artikel. An den Ware-zum-Mann-Kommissionierplätzen kann von allen drei Ladungsträgern kommissioniert werden. Die Steuerung aller Lagerbereiche erfolgt durch die Lagerverwaltungssoftware Jungheinrich WMS: „Egal ob Beratung, Regale, Silobau, Flurförderzeuge, Regalbediengeräte oder passende Software – von uns bekommt der Kunde alles, was er für ein vollfunktionsfähiges, modernes Lager braucht, samt laufender Servicierung“, meint Erlach stolz und fügt hinzu: „Wer auf unser durchgängiges LVS zurückgreift, vermeidet gleichzeitig die Schnittstellenproblematik. Natürlich sind unsere Fahrzeuge aber an alle gängigen Verwaltungssysteme andockbar.“

Klein aber fein
Im Vergleich zur Größe der meisten Läger wirkt der neue Mini-Schlepper EZS 010 beinahe winzig, doch wer den Kleinen damit auch als Schwächling einstuft, liegt weit daneben: bis zu 1.000 Kilogramm lassen sich mit dem wendigen Gerät transportieren. Dank der vielen erhältlichen Kupplungen passt er zu nahezu jedem Anhängertyp. „Tätigkeiten, die bislang aus Platzgründen rein manuell ausgeführt werden mussten, können nun erheblich erleichtert werden“, unterstreicht Erlach. Mögliche Einsatzgebiete sind beispielsweise Möbelgeschäfte, Supermärkte, Krankenhäuser, aber auch die Industrie. Ein kompakter 24-Volt-Fahrmotor mit neuester Jungheinrich-Drehstromtechnik sorgt für die nötige Power. Die starr angebundene Deichsel erlaubt sogar das Drehen auf der Stelle.

Perfekt für Getränke
Auf der drinctec Mitte September präsentiert Jungheinrich seinen Hydrostaten 435s mit Getränkeklammer. Der wendige Gegengewichtsstapler mit einer Tragkraft von 2,5 bis 3,5 Tonnen kann in Verbindung mit dieser Klammer mehrere Paletten gleichzeitig aufnehmen, was Fahrten reduziert. Dank der modernen VW-Motoren verbraucht der hydrostatische Antrieb durchschnittlich um 25 Prozent weniger Treibstoff als Wandler und ist zudem leiser, das hilft der Umwelt und dem Budget.

Quelle: Logistik express Ausgabe Nr.3|2009